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3. Kongress der Forums Operative Gynäkologie e.v. (FOG)
Berlin, Hotel Intercontinental, 13. bis 15. Dezember 2007
Die Bedeutung der gynäkologischen
Endoskopie
Pressedienst von Prof. R.L. de Wilde, Oldenburg
Die Operation über einen kleinen, beleuchteten
und mit Optik ausgestatten, flexiblen Hohlstab ist eine Entwicklung, die
aus der Gynäkologie stammt, vor allem aus Deutschland. Der große
Vorteil der endoskopischen Eingriffe liegt in der Vermeidung eines Bauchschnitts
und der Folge schnellerer Heilungen und kürzerer Klinikaufenthalte.
Rund achtzig Prozent der Operationen in der Gynäkologie werden heute
endoskopisch gemacht, und in den vergangenen Jahren sind weitere, erhebliche
Fortschritte erzielt worden.
Die operative Endoskopie wird mittlerweile in allen operativen Fächern
angewendet. Insbesondere in der Gynäkologie wird ein spezielles Endoskop,
ein Laparoskop, verwendet. Das Spektrum der operativen Laparoskopie in
der Frauenheilkunde umfasst zum Beispiel die Operation an den Eierstöcken,
wobei gutartige Tumore heute fast ausschließlich laparoskopisch
operiert werden. Die exakte Handhabung der Technik bei Tumoren, bei denen
Bösartigkeit nicht ausgeschlossen werden kann, wurde von der Arbeitsgemeinschaft
Gynäkologische Endoskopie ebenfalls genau definiert, um für
die Patientin höchste Sicherheitsstandards garantieren zu können.
Bei Blutungsstörungen oder Myomen (gutartige Tumore an der Gebärmutter)
bietet die Endoskopie eine ganze Fülle von Möglichkeiten. An
erster Stelle stehen die organerhaltenden Operationen, wobei die Gebärmutterschleimhaut
per Gebärmutterspiegelung und auch per Laparoskopie Myome entfernt
werden können. Sollte die Entfernung der Gebärmutter doch einmal
unvermeidlich sein, so stehen heute zahlreiche Operationstechniken entweder
rein laparoskopisch oder unter laparoskopischer Sicht zur Verfügung,
welche – in geübter Hand – die weltweit übliche
Rate an Bauchschnitten von 60 auf etwa fünf Prozent senken können.
Laparoskopische Operationen werden mittlerweile auch in der Krebschirurgie
vorgenommen, wo früher nur große Eingriffe möglich waren.
Ein Beispiel ist der Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom), bei dem
heute stadiengerechte Operationen minimal-invasiv gemacht werden. Die
Diagnose Zervixkarzinom bedeutete bis vor kurzem noch, dass die betroffene
Frau niemals mehr Kinder bekommen konnte. Mit bestimmten Operationstechniken
ist es heute oft möglich, die Fruchtbarkeit zu erhalten. In speziellen
Zentren sind sogar noch weiter ausgedehnte Eingriffe, wie die endoskopische
Entfernung von Blase, Darm oder der Scheide mit Wiederaufbau möglich.
So etwas haben sogar erfahrene Endoskopiker noch vor ein bis zwei Jahren
für unmöglich gehalten.
Neue Ansätze in der operativen Gynäkologie bringt der Roboter,
dessen Einsatz zur Zeit auch in der Gynäkologie überprüft
wird. Mit Hilfe des Roboters ist es möglich, sehr feine und präzise
Schritte durchzuführen.
Vier Millionen Frauen in Europa leiden an einer Endometriose, dem Auftreten
von Schleimhautherden außerhalb der Gebärmutter. Die Krankheit
führt zu erheblichen Schmerzen, vor allem während der Periodenblutung,
sowie häufig zu Unfruchtbarkeit. Da die Endometriose bisher noch
nicht völlig verstanden ist, wird sie oftmals erst spät diagnostiziert.
Unstrittig ist aber, dass die Operation meist die optimale Therapie der
Endometriose darstellt. Dies geschieht in spezialisierten Kliniken fast
ausschließlich endoskopisch. Um die Therapie der Endometriose zu
optimieren, hat die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Endoskopie
eine entsprechende Leitlinie herausgegeben.
Die gynäkologische Endoskopie hat sich in den vergangenen 15 Jahren
von einer skeptisch betrachteten Neuerung zu der dominierenden Methode
in der Gynäkologie entwickelt. Ihre Wurzeln liegen in Deutschland.
Hans Frangenheim aus Konstanz hat die diagnostische Laparoskopie in den
70er und 80er Jahren etabliert, und parallel hierzu entwickelte Kurt Semm
aus Kiel Instrumente und Techniken, welche die Grundlage für die
heutige, moderne Endoskopie in allen Fachbereichen sind. Die Spiegelung
der Gebärmutter (Hysteroskopie) wurde ebenfalls von einem Deutschen,
Hans-Joachim Lindemann aus Hamburg, entwickelt. Dies alles geschah teilweise
gegen Widerstände der damals sehr konservativen Ordinarien in der
Frauenheilkunde in Deutschland, welche diese Verfahren teilweise sogar
verteufelt haben. Inzwischen sind endoskopische Operationen Standard in
allen Kliniken.
Dennoch besteht die Notwendigkeit, das Spektrum zu erweitern, die Technik
zu verfeinern und die Qualität weiter zu verbessern. Die Deutsche
Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Endoskopie (AGE) sowie die European
Society for Gynecological Endoscopy (ESGE) sind dabei, den Nachholbedarf
zu befriedigen. Sie bieten in ihren Ausbildungszentren Kurse an, um die
Verbreitung der Methode in Deutschland rasch, aber mit hoher Qualität
voran zu bringen.
Ansprechpartner:
Prof. Dr.med. Rudy Leon de Wilde
Präsident FOG 2007 und Vorsitzender der AGE
Pius-Hospital, Frauenklinik
Georgstraße 12, 26121 Oldenburg
Tel: 0441/229 15 01
Mail
Webseite AGE
Fragen zum FOG-Kongress 2007:
Pressestelle
MWM-Vermittlung
Kirchweg 3 B, 14129 Berlin
Tel.: (030) 803 96-86; Fax: -87
MAIL
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