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3. Kongress der Forums Operative Gynäkologie e.v. (FOG)
Berlin, Hotel Intercontinental, 13. bis 15. Dezember 2007
Beckenbodenschwäche, Harninkontinenz,
Genitalvorfall …
Die 4. Säule der Frauenheilkunde
Die AG Urogynäkologie und rekonstruktive Beckenbodenchirurgie
Pressedienst von Prof. H. Kölbl, Mainz
Jede fünfte Frau in Deutschland leidet an
Harninkontinenz, jede dritte war irgendwann in ihrem Leben schon einmal
mit Problemen der ableitenden Harnwege konfrontiert. Auch die Senkung
der Urogenitalorgane ist ein entscheidender Einschnitt im Leben einer
Frau. Solche Probleme haben eine gemeinsame Basis – den Beckenboden;
Inkontinenzprobleme und Beckenbodenschwäche treten oft kombiniert
auf. In den letzten Jahren wurden erhebliche Fortschritte in der Therapie
dieser Krankheiten erzielt, die aufgrund der demographischen Entwicklung
zunehmen. Voraussetzung sind aber gute Diagnostik und umfassende Erfahrungen
in der sowohl medikamentösen als auch operativen Behandlung. Für
die Ausbildung in der Urogynäkologie wird in Deutschland bisher zu
wenig getan.
Die Häufigkeit von weiblichen Krebserkrankungen, die operiert werden
müssen, geht glücklicherweise zurück, und auch die Geburtenzahlen
sinken. Steigend ist hingegen die Rate an Beschwerden und Krankheiten
der Frau, die sowohl den Genitaltrakt als auch Blase und Harnwege betreffen.
Sie treten vermehrt nach den Wechseljahren und im Alter auf.
Während noch vor wenigen Jahren keine Medikamente zur Verfügung
standen, die zum Beispiel wirklich gegen die Belastungsinkontinenz halfen,
zeigt gerade dieses Beispiel, dass bei der Arzneimitteltherapie gute Fortschritte
erzielt wurden. Für die unterschiedlichen Inkontinenzformen stehen
inzwischen verschiedene Mittel zur Verfügung, mit deren Hilfe chirurgische
Eingriffe oft vermieden werden können. Dennoch muss eingeräumt
werden, dass mitunter immer noch vorschnell operiert wird. Diese Tatsache
zeigt unter anderem, dass in der Urogynäkologie Fachleute verschiedener
Richtungen eng zusammen arbeiten müssen.
Aber auch bei den Operationsmethoden gibt es erfreuliche Fortschritte.
Dazu gehören weiter entwickelte Bänder, die zum Beispiel bei
Beckenbodenschwäche eingesetzt werden. Fast alle Operationen zur
Behebung von Harninkontinenz erfolgen mittlerweile minimal-invasiv, also
schonend und sehr nebenwirkungsarm. Beim Gebärmutter- oder Scheidenvorfall
(Genitalprolaps) werden sehr gut körperverträgliche Netze verwendet
oder die Organe mittels eines durch die Vagina erfolgenden Eingriffs fixiert.
Gerade auf diesem Gebiet sind aber noch einige Fragen nach der besten
OP-Technik offen, die beim 3. FOG-Kongress diskutiert werden.
Grundlage für alle Fortschritte auf dem Gebiet der Urogynäkologie
sind die immer differenzierteren Diagnosemethoden. Von großer Bedeutung
ist ferner die Überprüfung aller Verfahren in großen wissenschaftlichen
Studien (Evidence Based Medicine).
Mängel gibt es aber leider in der Ausbildung zur Urogynäkologie.
Sie ist zwar Teil der gynäkologischen Grundausbildung, dies aber
reicht nicht aus, weil das Spektrum an Erkrankungen, Diagnostik und Therapieformen
in so kurzer Zeit nicht erlernt werden kann. In den USA, Australien oder
Großbritannien ist die Urogynäkologie – anders als in
Deutschland – eine eigene Untergruppe des Faches. Die Arbeitsgemeinschaft
Urogynäkologie und rekonstruktive Beckenbodenchirurgie (AGUB) fordert,
dass auch bei uns die Urogynäkologie – neben Onkologie, Fortpflanzungs-
und Perinatalmedizin – die vierte Ausbildungssäule und gynäkologische
Spezialität werden muss. Dies bedeutet die Notwendigkeit einer sich
über mehrere Jahre erstreckenden, umfassenden Weiterbildung. Ein
entsprechendes Ausbildungskurrikulum an einem zertifizierten Ausbildungszentrum
unter dem Dach des European Board and College of Obstetrics and Gynaecology
und der European Urogynaecological Association soll dazu beitragen, eine
möglichst flächendeckende und einheitliche Ausbildung im Rahmen
des Faches anzubieten.
Grundvoraussetzung für die Zertifizierung in der Subdisziplin Urogynäkologie
ist die Basiszertifizierung als europäisches Trainingszentrum für
Geburtshilfe und Frauenheilkunde. Nähere Informationen sind auf der
Web-Seite der EBCOC, www.ebcog.org
bzw. auf der Web-Seite der European Urogynaecological Association, www.eugaoffice.org,
abrufbar.
Ansprechpartner:
Prof. Dr.med. Heinz Kölbl
Universitätsklinik für Geburtshilfe & Frauenkrankheiten
Johannes Gutenberg-Universität
Langenbeckstr. 1, 55131 Mainz
Tel: 06131/17-7311
Mail
Webseite AGUB
Fragen zum FOG-Kongress 2007:
Pressestelle
MWM-Vermittlung
Kirchweg 3 B, 14129 Berlin
Tel.: (030) 803 96-86; Fax: -87
MAIL
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