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1. gemeinsamen Jahreskongress der DGG und der ÖGGG (=14.DGG- Jahrestagung)
in Berlin, 16. bis 18. November 2006
ALTER IST VIELFALT!
Schlaganfallvorbeugung: besonders wichtig im Alter
Pressetext von Prof. R. Hardt, Mainz
Der Schlaganfall trifft besonders viele Menschen in höherem
Lebensalter. Über die Hälfte der Patienten hat beim ersten Ereignis
das 70. Lebensjahr überschritten.
Der Schlaganfall ist damit das herausragende Beispiel für einen geriatrischen
Notfall.
Der Schlaganfall ist einerseits eine lebensbedrohliche Akuterkrankung.
Über 20 Prozent der Patienten sterben in der Akutphase. Im Gegensatz
zum Herzinfarkt, bei dem die meisten Überlebenden wieder eine relativ
gute Lebensqualität erlangen, hinterlässt der Schlaganfall jedoch
fast ausnahmslos bleibende Schäden und Behinderungen. Auch wenn sich
durch die notfallmäßige Behandlung der Betroffenen in hierfür
spezialisierten Intensivabteilungen ("Stroke Unit" oder Schlaganfalleinheit)
deutlich verbessert hat, ist jeder (vermeidbare) Schlaganfall bereits
einer zu viel. Ohnehin wird sich alleine aufgrund der demographischen
Entwicklung die Zahl der Schlaganfälle von heute etwa 180.000 pro
Jahr in der Bundesrepublik Deutschland in den nächsten Dekaden noch
deutlich erhöhen.
Es gilt darum, alle Möglichkeiten der Primärprophylaxe –
und dafür gibt es auch für hochbetagte Patienten fundierte wissenschaftliche
Erkenntnisse – in verstärktem Maße zu nutzen.Dies gilt
zuvorderst für die konsequente Behandlung von Patienten mit Bluthochdruck
und hier insbesondere von solchen mit isolierter systolischer Hypertonie,
also einem erhöhten ersten (systolischen) Wert und normalen zweiten
(diastolischen). Auch bei über 80-jährigen kann bei konsequenter
Behandlung das Schlaganfallrisiko um die Hälfte verringert werden.
Hierfür steht eine breite Palette gut verträglicher Medikamente
zur Verfügung.In verstärktem Maße (Risikoreduktion bis
70 Prozent) gilt das auch für die gerinnungshemmende Therapie bei
Patienten mit absoluter Arrhythmie bei Vorhofflimmern, die von Schlaganfällen
durch in das Gehirn verschleppte Blutgerinnsel bedroht sind. Selbstverständlich
sind an erster Stelle auch Verhaltensänderungen wie Raucherentwöhnung,
mehr Bewegung und gesündere Ernährung auch bei alten Menschen
äußerst wirksam und daher dringend anzuraten.
Worum geht es bei der Schlaganfallprophylaxe bei Hochbetagten? Nicht
in vorderster Linie um Lebensverlängerung. Ohnehin hat im statistischen
Mittel der heute 80jährige Mann noch über sieben, die über
80jährige Frau noch über neun Jahre Lebenszeit zu erwarten.
Ziel ist es, diese verbleibende Zeit möglichst selbstständig
bei guter Lebensqualität zu verbringen und nicht im Rollstuhl oder
gar pflegebedürftig, nur weil man zum Beispiel mit 81 vom Schlaganfall
ereilt worden ist. Die Rechnung einer zielgerichteten Prophylaxe geht
hier für alle auf: Für den Esinzelnen, weil Behinderungen und
Einbussen an Lebensqualität vermieden werden können und für
die Gesellschaft, denn dauerhafte Pflegebedürftigkeit ist extrem
teuer.
Ansprechpartner:
Prof. Dr.med. Roland Hardt
Geriatrische Klinik – Geriatrische Schlaganfalleinheit
Katholisches Klinikum
Hildegardstraße 2, 55131 Mainz
Tel.: 06131/147-476, Fax: -550
Mail
PRESSE-Kontakt:
MWM-Vermittlung
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