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1. gemeinsamen Jahreskongress der DGG und der ÖGGG (=14.DGG- Jahrestagung)
in Berlin, 16. bis 18. November 2006
ALTER IST VIELFALT!
Sind Demenzerkrankungen verhinderbar?
Pressetext von Prof. C. Sieber, Nürnberg
100 Jahre nachdem Alois Alzheimer seine erste Patientin mit einer
besonderen Art von Demenz vorgestellt hat, existieren bisher nur Medikamente,
welche die Krankheit lediglich hinauszögern. Neben anderen Formen
von Demenz ist die Alzheimer'sche Erkrankung inzwischen die häufigste.
Alleine in Deutschland leiden schon heute weit über eine Million
Menschen an einer Demenz, weltweit fast 30 Millionen. Angesichts der demographischen
Entwicklung ist mit einer Verdopplung zu rechnen.
Wird es Impfung gegen die Alzheimer’sche Demenz geben?
Wichtig wäre eine Impfung als Prophylaxe, also schon bevor sich
Zeichen der Alzheimer’schen Erkrankung zeigen. Erste Versuche mit
einem Impfstoff wurden in Florida um die Jahrtausendwende vorgenommen,
nachdem die Resultate im Tierversuch sehr erfolgreich waren. Leider erlitten
mehrere Patienten eine Hirnhautentzündung, was wohl mit der Zusammensetzung
des Impfstoffes zu tun hatte. Diese Versuche wurden sofort gestoppt. Dennoch
waren knapp 100 Patienten geimpft worden, ohne dass sie an einer Hirnhautentzündung
erkrankten. Von diesen bestehen nun schon Langzeitdaten, die zeigen, dass
bei ihnen im Vergleich zu Kontrollgruppen das Fortschreiten der Demenz
signifikant verlangsamt ist. Folgestudien – auch in Europa –
laufen derzeit.
Insgesamt wird es wohl noch mehrere Jahre dauern, bis eine Impfung breitflächig
angewendet werden kann. Dieser Silberstreifen am Horizont ist auch nur
ein geringer Trost für all Jene, die selbst schon an dieser schlimmen
Krankheit leiden oder im engeren Familien- und Freundeskreis Zeuge davon
werden.
Derzeit werden natürlich alle Möglichkeiten ausgelotet, vorbeugend
einer Demenzentwicklung entgegen zu wirken. Bei pflanzlichen Präparaten
gibt es hier für für Ginkgo biloba immerhin einige Daten. Substanzen,
die den "oxidativen Stress" vermindern, versprechen viel. Dazu
gehört vor allem eine ausgewogene Ernährung mit eben viel Antoxidantien,
wie sie die mediterrane Diät bietet (Gemüse und Früchte
mit u.a. Vitamin C und E, regelmäßig Fisch mit u.a. Omega-3
Fettsäuren, Olivenöl).Auch eine gute Schulbildung, verbunden
mit interaktiven Tätigkeiten bis ins hohe Alter wirken in gewisser
Weise protektiv.
Die Situation pflegender Angehöriger
Angehörige von Demenzkranken – oft selbst betagt –
leisten ungeheuer viel an Arbeit. Weitere Familienangehörige sind
häufig direkt oder indirekt an der Betreuung Demenzkranker beteiligt.
Deshalb kann man bei der Demenz von einer Familienkrankheit sprechen.
Es ist gut belegt, dass die Beanspruchung – häufig rund um
die Uhr – die Betreuenden an den Rand der psychischen und physischen
Leistungsfähigkeit bringen kann.
Wie geht man mit der Situation um, dass der Partner, mit dem man vielleicht
50 Jahre verheiratet ist, einen nicht mehr erkennt, dafür aber mehrmals
täglich einnässt? So beanspruchen Pflegende doppelt so häufig
ärztliche Hilfen wie Nicht-Betreuende, zeigen eine erhöhte Morbidität
bei Herz-Kreislaufkrankheiten und auch sehr häufig bei Depressionen.
Unser Sozial- und Gesundheitssystem würde jetzt schon kollabieren,
würde nicht diese enormen Leistung durch Angehörige erbracht
werden.
Ansprechpartner:
Prof. Dr. med. Cornel Sieber
Klinikum Nürnberg
Prof. Ernst Nathan-Straße, 90419 Nürnberg
Mail
PRESSE-Kontakt:
MWM-Vermittlung
Kirchweg 3 B, 14129 Berlin
Tel.: (030) 803 96 86, Fax: -87
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