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Mediendienst vom 25.Oktober 2004
Zwischen Lippenbekenntnissen und realem Methusalem-Komplott
Zentraler Kongress "aktiv Altern" muss verschoben werden
° "Herzlichen Glückwunsch, dass Sie sich in dieser Form
des wichtigsten sozialpolitischen, gesellschaftlichen und medizinischen
Themas der nächsten Jahre und Jahrzehnte annehmen."
° "Ihr Vorhaben passt genau in die Landschaft, es wird höchste
Zeit, dass etwas geschieht."
° " Ihr multidisziplinärer Ansatz und die neuartige Struktur
des Kongresses sind zu begrüßen."
° "Gerne werden wir uns bei Ihrem Kongress präsentieren."
so oder so ähnlich der Zuspruch zum für den Oktober
2005 geplanten bundesweiten Kongress "aktiv Altern"mit internationaler
Beteiligung.
Unterstützung kam vom Bundespräsidenten, von führenden
Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und von herausragenden
Wissenschaftlern unterschiedlichster Fachgebiete.
° "Wir möchten unser Unternehmen aus Imagegründen nicht
mit dem Thema Alte in Verbindung bringen."
° "Unser Ministerium unterstützt Ihr Vorhaben nachhaltig, kann
es aber nicht mit finanzieren."
° "Die Stiftung hält Ihr Thema für außerordentlich
wichtig, möchte sich hier aber nicht engagieren."
° "Als Krankenkasse wissen wir, dass die demographische Entwicklung
dringendes Handeln notwendig macht. Wir sehen uns jedoch nicht in der
Lage
"
so sah die Realität zusammengefasst zitiert
aus. Für einen Kongress mit dem hohem Anspruch, den neuesten Stand
der internationalen Wissenschaft zusammen zu tragen und gleichzeitig einen
Anstoß für konkretes Handeln zu erarbeiten, bedarf es jedoch
auch einer ausreichenden Finanzierung. Denn auch die Meinungsführer
und Entscheider, die in Berlin zusammen kommen sollten, benötigen
Planungssicherheit. Die hat die "Gesellschaft aktiv Altern" bisher nicht
erzielen können.
Darum musste der Beschluss gefasst werden, das Projekt zu verschieben.
Womöglich sind wesentliche Institutionen nicht so weit, Verantwortung
zu übernehmen.
Um so dankbarer sind wir jenen (zu wenigen) Institutionen und modern denkenden
Unternehmen, die bereit waren, uns zu unterstützen, und denen es
nicht so sehr um Selbstdarstellung als vielmehr darum ging, etwas zu bewegen.
Die eigens gegründete fachübergreifende "Gesellschaft aktiv
Altern" wird mit aller Kraft daran weiter arbeiten, den führenden
wissenschaftlichen Sachverstand zum Kongress nun zu einem späteren
Termin zusammen zu bringen, die unterschätzten Ressourcen
älterer Menschen zu aktivieren, ein positiveres Bild vom Altern und
vom Alter zu implementieren und daraus konkrete Handlungsmaximen abzuleiten.
Die Schirmherrschaft hat Bundespräsident Prof. Horst Köhler
übernommen. Kuratoriumsmitglieder sind Bischof Prof. Wolfgang Huber,
Ratsvorsitzender der EKD, Prof. Ursula Lehr, Bundesministerin a.D., Manfred
von Richthofen, Präsident des Deutschen Sportbundes, Dr. Manfred
Richter-Reichhelm, Vorsitzender der Kassenärztliche Bundesvereinigung,
Prof. Bert Rürup, Vorsitzender der Rürup-Kommission und Marion
Caspers-Merk, Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium. Betrüblicherweise
mussten wir sie alle sowie die Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats
vor einigen Tagen über die vorläufige Absage informieren.
Wie geht es weiter?
Ganz einfach: Die "Gesellschaft aktiv Altern" lamentiert nicht, sondern
versucht es weiter.
Offensichtlich benötigt sie dazu aber noch mehr Unterstützung
durch die Öffentlichkeit.
Alle Infos zu den bisherigen Planungen sowie über den erhofften Fortgang
unter:
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