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Pressedienst
Kontrastmittel in der Sonographie:
Sanfte Alternative zu Röntgenverfahren
Hannover, 6. 10. 2004 Röntgen-Kontrastmittel wurden bisher
nur in strahlenbelastenden radiologischen "Durchsichtverfahren" sowie
in der aufwendigen Computer- und Kernspintomographie eingesetzt. Sei gut
zehn Jahren wird auch an Kontrastmitteln für Ultraschalluntersuchungen
in der Medizin (Sonographie) gearbeitet. Beim Dreiländertreffen der deutschen,
österreichischen und schweizer Ultraschallexperten, das vom 6. bis zum
9. Oktober in Hannover stattfindet, wurde ausgiebig über die Anwendung
von Kontrastmitteln nun auch in der Sonographie berichtet. Dabei zeigte
sich: Kontrastmittel in der Sonographie sind ärztlicher Alltag geworden.
"Damit zieht die Sonographie erstmals in die bisher heiligen Hallen der
radiologischen Schnittbildverfahren ein", sagte Privatdozent Dr. Jörg
Bleck von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Insgesamt werde
die Sonographie so "zunehmend zu einem ernst zu nehmenden Konkurrenten
für die aufwendigeren, oft extrem teuren und zum Teil mit Strahlenbelastungen
einher gehenden Untersuchungstechniken."
Längst ist der Ultraschall aus so gut wie keinem medizinischen Gebiet
mehr weg zu denken, betonte der Präsident des Kongresses, Prof. Michael
J. Gebel von der MHH. Nun wird diese sichere und günstige Diagnosetechnik
durch Kontrastmittel erweitert, um zum Beispiel die Bösartigkeit oder
Gutartigkeit eines Tumors zu erkennen. Auch versteckte Tumoren werden
entdeckt. Eine weitere Anwendung ist die genaue Diagnostik bei abgestorbenen
Gewebeteilen: Auf diese Weise können die Ärzte zum Beispiel feststellen,
wo genau ein Ausfall (Infarkt) von Gewebe etwa in Leber, Niere und Milz
stattgefunden hat und so gezieltere Therapiemaßnahmen einleiten.
Die Kombination aus Ultraschall und Kontrastmitteln hilft ferner bei der
Behandlung. Sie zeigt, ob ein etwa durch Hitze oder Laser behandelter
Krebs wirklich restlos zerstört, das Krebsgewebe also abgestorben ist.
Die Ultraschallspezialisten folgen dabei einer alten ärztlichen Erkenntnis:
"Wo noch Durchblutung ist, da ist auch Leben". Ein konkretes Beispiel
schließlich ist der bei vielen Menschen auftretende "Blutschwamm" (Hämangiom),
dessen Diagnose früher sehr teuer war. Die Einführung der Kontrastmittel-Sonographie
trägt so zur Kostensenkung im Gesundheitswesen bei.
Bei der Ultraschalluntersuchung werden Schallwellen jenseits des für
den Menschen hörbaren Bereichs eingesetzt. Auch Ultraschall besitzt die
Eigenschaft, zurück zu kommen, wenn er auf etwas trifft. Die von Organen
oder Geweben reflektierten Wellen werden in elektrische Impulse verwandelt,
aus denen ein Bild errechnet wird und zwar, im Gegensatz zu anderen
Techniken, bewegte Bilder in Echtzeit.
Doch die frühere Weisheit: "Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt
es auch heraus" gilt bei dieser modernen Technik nicht mehr ganz. Denn
die Einführung von Kontrastmitteln in die Sonographie ging mit der Entwicklung
von noch ausgeklügelteren UIltraschallgeräten einher. Die Fachleute nennen
dies "Kontrastharmonik": Hier schallt es mit doppelter Frequenz zurück,
und zwar rauscharm, und liefert Bilder so von höchster Qualität. Mit bestimmten
Ultraschallgeräten lässt sich der Blutfluss sichtbar machen. Die Anzahl
der der reflektierenden, bewegten Blutkörperchen wird durch Kontrastmittel,
sprich durch kleine Gasbläschen erhöht. Kontrast-mittel bewirken also,
dass eine doppelte Schwingung zurück geworfen wird. Dafür sind selbstverständlich
auch bessere Ultraschallgeräte notwendig.
Zugegebenermaßen macht die Sonographie mit dem Einsatz von Medikamenten
und dazu gehören Kontrastmittel auch einen Schritt in Richtung invasiver
("in den Körper eingreifender") Medizin. Jedoch sind, so Bleck, sonographische
Kontrastmittel sehr viel besser verträglich "und somit ein weiteres Plus
für die Ultraschalltechnik.
Ansprechpartner:
PD Dr. Jörg Bleck
Medizinische Hochschule Hannover
Abt. Gastroenterologie
Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover
Tel.: (+49) (+49) 0511/532-2244, Fax:-4896
E-MAIL
Kontakt:
Pressestelle Ultraschall 2004
MWM-VermittlungTel. vom 6. bis 8.10.: 0511/8113-647; Fax: -648
Tel. ab 11.10.: 030/803 96-86; Fax: -87
E-MAIL
http://www.mwm-vermittlung.de/aktudegum04.html
Mail vom 6. bis 8.10.:
E-Mail
MWM-Vermittlung
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