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Krankenhaus - Facharzt - Hausarzt WER KANN WAS?Pressetext von Dr. H. Worlicek, RegensburgDurch hochwertiger Ultraschallverfahren (Sonographie) können diagnostische Wege verkürzt werden und in einer Reihe von Fällen kann auf belastendere und aufwendigere bildgebende Verfahren verzichtet werden. Die Versorgungslandschaft in der Medizin ist jedoch heterogen und ihre Qualität hängt wie in allen Berufen auch vom Können jedes einzelnen Arztes ab. Die entscheidende Frage lautet: "Wer muss was können", hier am Beispiel der Ultraschalldiagnostik des Bauchraumes. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) hat dazu ein Drei-Stufenkonzept entwickelt. Durch die Aufgabenverteilung zwischen Krankenhaus, auf den Magen-Darm-Bereich und den Bauchraum spezialisiertem Internisten (Gastroenterologen) sowie schließlich dem Hausarzt wird sowohl eine bestmögliche als auch kostengünstige Versorgung der Patienten gewährleistet bzw. angestrebt.Teure Doppeluntersuchungen?Die von manchen Politikern kritisierten teuren Doppeluntersuchungen in
der ambulanten und stationären Medizin sind jedenfalls in der bildgebenden
Diagnostik (Herzkatheter, Computer- oder Kernspintomographie etc.) und
erst recht beim Ultraschall deutlich seltener als behauptet. Denn die
diagnostische Kette sieht ja nicht so aus, daß der Hausarzt mutwillig
eine Untersuchung beim Facharzt veranlasst und diese ein drittes mal im
Krankenhaus wiederholt wird. Die Realität: StufendiagnostikAufgabe des Stufe 1-Untersuchers, also des Allgemeinmediziners, ist die
sonographische Basisdiagnostik zur Erkennung von Krankheitsbildern, die
häufig vorkommen und sicher zu diagnostizieren sind. Die dafür
notwendigen Apparate sind relativ unkompliziert und der Umgang damit ist
für einen Arzt leicht zu erlernen. Der Hausarzt muss in der Lage
sein zu entscheiden, welche weiteren diagnostischen Schritte zur Abklärung
eines Befundes erforderlich und geeignet sind. Er muss erkennen, in welchen
Situationen eine Sonographie durch einen Stufe 2- oder Stufe 3-Untersucher
in der Lage ist, andere bildgebende diagnostische Verfahren zu ersetzen. Aufgabe des Stufe 2-Untersuchers ist die hochqualifizierte Sonographie des Bauchraumes. Der Stufe 2-Untersucher ist für alle über die Basisdiagnostik hinausgehenden sonographischen Fragestellungen im Bereich des Bauchraumes zuständig. Er setzt deutliche leistungsfähigere, aber auch schwierigere Ultraschallgeräte und -techniken ein. Beispiel: Der Spezialist soll unter Ausnutzung aller Möglichkeiten abklären, um welche Art eines Tumors es sich in der Leber handelt. Er soll entscheiden, ob der zusätzliche Einsatz einer Computertomographie oder einer Kernspintomographie geeignet ist, zur weiteren Klärung oder endgültigen Sicherung der Diagnose beizutragen. Dadurch können unnötige Untersuchungen vermieden werden. In der Stufe 3 soll ein relativ kleiner Kreis von Untersuchern die höchstqualifizierte Sonographie im entsprechenden Fachgebiet repräsentieren. Der Untersucher ist zuständig für die Anwendung aller Spezialverfahren und Neuentwicklungen sowie für gutachterliche Fragen in der Ultraschalldiagnostik. Er ist zuständig für die Supervision der Ausbildung in den Stufen 1 und 2. Die Stufe 3 ist die "Referenz-Sonographie" für die Stufen 1 und 2. Ultraschallgeräte, die die Anforderungen an die jeweilige Stufe erfüllen, sind in der aktuellen Geräteliste der DEGUM verzeichnet. Diese Liste wird jährlich zum Drei-Ländertreffen vom Arbeitskreis "Ultraschallsysteme" der DEGUM aktualisiert. Re-Zertifizierungen in den einzelnen Stufen sind nach 10 bzw. 6 Jahren erforderlich. ZertifizierungDie DEGUM hat mit diesem Drei-Stufenkonzept ein modernes Zertifizierungssystem vorbereitet, welches den unterschiedlichen Anforderungen an die Ultraschalldiagnostik in der hausärztlichen Praxis und in der spezialisierten Medizin in Facharztpraxis und Krankenhaus gerecht wird. Während der Hausarzt in der Stufe 1 untersucht, soll der sonographisch spezialisierte niedergelassene Internist ebenso wie der Leiter der Ultraschallabteilung eines Krankenhauses mit der Qualifizierung der Stufe 2 arbeiten. Die Stufe 3 dürfte einem relativ kleinen Kreis von Ultraschalluntersuchern mit sehr hohem persönlichen Engagement in Spezialabteilungen von Kliniken, aber auch in einzelnen hochspezialisierten Praxen vorbehalten sein. Ein Beispiel ist die Abklärung von Raumforderungen, also umschriebenen Veränderungen in der Leber. Die Sonographie ist mit Hilfe von Kontrastmitteln heute in der Lage, einen Teil dieser Veränderungen zuverlässig abzuklären. In derartigen Fällen kann auf weitere kostenintensive Verfahren wie Computertomographie oder Kernspintomographie beziehungsweise auf unangenehme Eingriffe wie die Leberpunktion verzichtet werden. Die Sonographie kann dadurch einen Beitrag zur Kostendämpfung leisten.FinanzierungObwohl diese Untersuchung bisher nicht honoriert wird (lediglich die
Kosten für das Kontrastmittel werden von den Kassen übernommen),
ist bereits heute eine Reihe von Untersuchern bereit, dieses Verfahren
auf eigene Kosten einzusetzen. Ansprechpartner:
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