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THEMENVORSCHLAG
Krebs, Metastasen und gutartige Geschwülste schonend mit Ultraschall
behandelbar
Charité-Strahlentherapeuten setzen neues Gerät ein
Beispiel: Starke Knochenschmerzen bei Metastasen können
ohne Operation und Strahlenbelastung in einer "Sitzung" gelindert werden
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kollegin, lieber Kollege,
Professor Roland Felix, Direktor der Klinik für Strahlenheilkunde
der Charité, Campus Virchow-Klinikum, hat uns gebeten, Sie auf
die Möglichkeit aufmerksam zu machen, Krebs mit einer neuen Kombination
aus Ultraschall und Magnetresonanztomographie schonend zu behandeln.
In der Anlage erhalten Sie einen Artikel dazu, den Sie gerne zum Anlass
für weitere Recherchen nutzen, redaktionell bearbeiten, kostenfrei
abdrucken oder gegebenenfalls für spätere Zwecke Ihrem persönlichen
Archiv beifügen können.
Sollten Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an:
Dr. Alexander Beck
Klinik für Strahlenheilkunde
Charité, Campus Virchow-Klinikum
(030) 4506-57489
E-MAIL
Bei Verwendung des Vorschlags bitten wir Sie sehr herzlich,
MWM-Vermittlung ein Belegexemplar zu schicken.
Günter Wietbach*, liegt in der Klinik für Strahlenheilkunde
der Charité seitlich auf einem Behandlungstisch zwar in
einer "Röhre", sonst aber bekommt er, seine Lieblingsmusik im Kopfhörer,
von der aufwendigen und völlig neuartigen Technik kaum etwas mit.
Der Patient litt unter stärksten Schmerzen, weil sich bei seiner
Krebserkrankung Absiedlungen in den Knochen gebildet haben. Es kommt häufig
vor, dass solche Metastasen Knochen befallen, was unter anderem auch das
Risiko für Knochenbrüche erhöht.
Der 47jährige ist der weltweit erste Patient mit einer Tochtergeschwulst
im Oberarmknochen, dem mit einer neuartigen Behandlungsmethode geholfen
werden konnte. Denn er ist Teilnehmer einer aktuellen internationalen
klinischen Studie, die europaweit nur in Berlin und London vorgenommen
wird und Wietbach fühlt sich ganz und gar nicht wie ein "Versuchskaninchen".
Zwar würde auch die herkömmliche Strahlentherapie seine Schmerzen
recht gut lindern. Aber tägliche Bestrahlungen über zwei Wochen
hin sind sehr belastend, und es dauert weitere zwei bis drei Wochen, bis
sich die Erleichterung einstellt. Hier ist es anders: Schon zwei Tage
nach der Behandlung sind die Schmerzen erheblich zurück gegangen
und das ohne Strahlenbelastung. Das erste Studienziel ist also
schon mal erreicht. Das zweite Ziel der Charité-Wissenschaftler
ist es, Metastasen vollständig zu zerstören.
Die Faszination der Methode ist auch bei Wietbachs behandelndem Arzt
Dr. Alexander Beck zu spüren. Das Team von Strahlentherapeuten auf
dem Campus Virchow-Klinikum der Charité Europas größter
medizinischer Fakultät setzt eine Kombination aus zwei bekannten
Techniken so ein, dass daraus etwas gänzlich Neues entstanden ist:
Zielgerichteter, "fokussierter" Ultraschall (FUS) wird mit Hilfe der Magnetresonanztomographie
(MRT) millimetergenau auf Gewebe gelenkt. Die Zellen etwa eines Tumors
werden sehr kurz erhitzt, auf diese Weise zerstört und anschließend
vom Körper abgebaut. MRT ist eine computergestützte bildgebende
Diagnostik, die anstatt Strahlen magnetische Felder auswertet. Ultraschall
nicht nur für Untersuchungs-, sondern mit seiner Wärmeentwicklung
auch für Behandlungszwecke einzusetzen, gelang erst, als man die
Schallwellen stark auf einen Punkt konzentrieren konnte. Vor rund 20 Jahren
wurde so erstmals Prostatakrebs behandelt. Jetzt aber, durch das von einem
israelischen Hightech-Unternehmen entwickelte Gerätesystem**, tun
sich nicht nur zahlreiche weitere Anwendungsgebiete auf, sondern der Eingriff
wird auch immer präziser und schonender.
Der Patient liegt auf einem Tisch, der im Wesentlichen das Innenleben
eines Ultraschallgerätes hat, in einer MRT-Röhre. Er muss zwar
während der drei- bis vierstündigen Behandlung seitlich, auf
dem Bauch oder dem Rücken (je nachdem, wo sich die Geschwulst befindet)
liegen, wird dabei aber durch Tücher und Polster entlastet. Gegen
Hitzeentwicklung und Aufregung gibt es milde Schmerz- und Beruhigungsmittel.
Zwischen Patient und dem Ultraschall-Generator sorgen ein Gelkissen und
ein Wasserbad für luftblasenfreie Kopplung zwischen Gerät und
Körper, wodurch eine ungehinderte Übertragung der Schallenergie
gewährleistet ist.
"Mit dem MRT können wir jetzt das Zielgebiet exakt darstellen,
vor dem eigentlichen Ultraschalleinsatz den sicheren Weg der Schallwellen
bis zum Zielgewebe im MRT simulieren und während der Anwendung Verlauf
sowie Erfolg der Behandlung permanent kontrollieren", ist Prof. Roland
Felix, Direktor der Klinik für Strahlenheilkunde, begeistert.
Die genaue Kenntnis des Schallwegs sowie der Lage und Ausdehnung des
zu behandelnden Gewebebereichs ist für Strahlentherapeuten in mehrfacher
Hinsicht wichtig. Trifft Ultraschall zum Beispiel auf Narbengewebe, können
darin kleinste Luftblasen eingeschlossen sein, die den Schall reflektieren
und streuen im geplanten Ziel käme dann zu wenig Energie an.
Deshalb wird das MRT-Ultraschall-System immer auf den jeweiligen Patienten,
auf die individuelle Schalllaufstrecke geeicht. Trifft Ultraschall auf
Knochen, ist der weitere Weg zurzeit noch versperrt, die ganze Schallenergie
wird dort abgegeben. Genau diese Eigenschaft nutzen nun Dr. Beck und seine
Kollegen für einen Trick: Zwar erreichen die Ärzte durch kleine
Löcher in der Oberfläche des Knochens und seiner Knochenhaut,
die von den Metastasen verursacht werden, einen Teil der Krebszellen direkt.
Die anderen bösartigen Zellen werden aber indirekt getroffen, indem
der Knochen die entstandene Wärme an sie weiterleitet. Die Krebszellen
sind hitzeempfindlicher als der Knochen und sterben ab.
Die neue Technik wurde 2002 in Europa und 2004 in den USA zunächst
für die Behandlung von Frauen mit Myomen an der Gebärmutter
zugelassen, die keine Kinder mehr bekommen wollen. Ein Myom ist eine gutartige,
aber sehr unangenehme und schmerzhafte Geschwulst, die zum Beispiel auch
ein ungeborenes Kind im Mutterleib gefährden kann. Auch hier war
die Behandlung bisher aufwendig und belastend. Wahrscheinlich werden bald
auch Frauen mit Kinderwunsch vom MRT-überwachten, fokussierten Ultraschall
profitieren. Da diese Form der Ultraschalltherapie die Gebärmutter
höchstwahrscheinlich nicht schädigt, arbeitet die Charité
derzeit an einer weiteren internationalen klinischen Studie mit, um endgültig
zu klären, ob nach einer solchen Behandlung eine glückliche
Schwangerschaft möglich ist.
Doch das ist längst nicht alles. Die Technik dürfte auch in
vielen anderen Bereichen anwendbar sein. So beginnen die Charité-Wissenschaftler
Ende 2005 auch eine Studie zur Brustkrebstherapie. Auch bestimmte Lebermetastasen
werden mit dem Ultraschall bereits ins Visier genommen.
Außer Günter Wietbach nehmen noch zwei weitere Patienten
mit Metastasen im Oberschenkel- beziehungsweise Beckenknochen an der Studie
teil. Auch bei ihnen wurden die Schmerzen schnell gelindert. Dr. Beck
betont, dass "die jetzigen Ergebnisse erst noch in weiteren Untersuchungen
mit mehr Patienten bestätigt werden müssen", ist aber sehr optimistisch,
dass die neue Ultraschall-Therapie weiterhin erfolgreich sein wird. R.F.
* Name geändert
** Firma InSightec, System ExAblate 2000¨
ca. 6.000 Zeichen
Verwendung oder Abdruck frei gegen Zusendung eines Belegexemplares an:
MWM-Vermittlung
Kirchweg 3 B
14129 Berlin
E-MAIL
E-Mail Prof. Felix
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