|
|
|
Weltverband der Wissenschaftsjournalisten gegründet
Ergebniss der 3. Weltkonferenz d. Wissenschaftsjournalisten (Nov. 2002
in Brasilien)
Globale Lobbygruppe für bürgernahe Berichterstattung und Bekämpfung
des wissenschaftlichen Analphabetismus
Die Globalisierung und ihre sozio-ökonomischen Herausforderungen
für die Fortentwicklung und Stabilität der Welt werden jetzt
auch von Wissenschaftsjournalisten ernst genommen. Auf ihrer Weltkonferenz
in Brasilien beschlossen 320 Teilnehmer aus 26 Ländern die Gründung
eines Weltverbands der Wissenschaftsjournalisten, die "World Federation
of Science Journalists" (WFSJ).
Die Föderation versteht sich als globaler Dachverband von nationalen
und transnationalen Organisationen von Wissenschafts-, Technologie-, Gesundheits-,
Medizin- und Umweltjournalisten. Sie soll eine Brücke zwischen Wissenschaft
und Öffentlichkeit schlagen sowie eine neue weltweite Kultur des
Wissenschaftsjournalismus begründen, die auf den Prinzipien von Zivilgesellschaft
und Demokratie ruht. Laut Präambel der Verfassung will die WFSJ die
großen wissenschaftlichen und technologischen Fragen des 21. Jahrhunderts
transparent machen und den wissenschaftlichen Analphabetismus großer
Teile der Weltbevölkerung bekämpfen helfen. Damit einher geht
ein neues Berufsverständnis. "Wissenschaftsjournalisten sind nicht
länger Übersetzer und Sprachrohre der Wissenschaftler, sondern
gewissenhafte Kritiker und Kommentatoren, die die Welt der Wissenschaft
mit dem alltäglichen Leben gewöhnlicher Menschen verbinden",
verlangt die Präambel. "Wissenschaftsjournalisten bringen Licht in
den Prozess wissenschaftlicher Erkenntnissuche sowie Untersuchungsmethoden
und klären die Öffentlichkeit auf über den sozialen, ökonomischen
und politischen Kontext von Wissenschaft und Technologie ebenso wie deren
Einfluss auf die Gesellschaft." Die Abschlusserklärung der Konferenz
von S‹o JosŽ dos Campos bei S‹o Paulo stellt dazu weiterhin fest, dass
Wissenschaft nie im neutralen Raum existiert, sondern "stets mit Politik
und Wirtschaft verzahnt ist". Die WFSJ versteht sich als Lobbygruppe,
die sich weltweit und insbesondere in Länden der Dritten Welt für
die bessere Aus- und Fortbildung von Wissenschaftsjournalisten stark machen
will. Bei Eigentümern und Managern von Medien wird sich die WFSJ
dafür einsetzen, dass diese - als ein Mittel zur Empowerment der
Gesellschaft, "nachdem alle menschlichen Bemühungen um Fortschritt
letztlich auf Wissenschaft und Technologie beruhen". "Nur gut informierte
und gebildete Menschen können die Folgen wissenschaftlicher Fragestellungen
sowie deren Anwendung verstehen und diese letztlich unterstützen
wie auch zurückweisen", heißt es dazu ergänzend in der
WFSJ-Präambel.
Die Verfassung wurde von einem internationalen Komitee aus 18 Wissenschaftsjournalisten
aus 14 Ländern entwickelt; aus Deutschland dabei war Wolfgang C.
Goede vom P.M. Magazin.
Sitz der WFSJ ist bei der European Science Foundation (ESF) in Straßburg,
die auf ihrer Homepage den neu gegründeten Weltverband mit betreut.
Dieser wird unter http://www.esf.org vorgestellt, des weiteren finden
sich dort die Vorstandsmitglieder der WFSJ mit ihren E-Mails sowie der
Verfassungstext und die Abschlusserklärung der Konferenz.
|