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56. Kongress der deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und
Geburtshilfe
Berlin, ICC, 19. bis 22. September 2006
Welchem Arzt "gehört" die Frau? –
eine unzeitgemäße Frage!
Presse-Unterlage von Dr. Annett GAURUDER-BURMESTER, Berlin
"Therapie ist immer etwas mehr als Behandlung.
Sie beginnt dort, wo Behandlung endet."
Die Frage: „Welchem Arzt gehört die Frau ?“
ist überflüssig geworden. In der modernen Medizin zählen
nicht mehr Einzelsiege, sondern die Kooperationen. Ein gutes Beispiel
dafür ist die Urogynäkologie. In Deutschland leiden vier Millionen
Menschen an Harninkontinenz. Auch die Senkung der Urogenitalorgane ist
meist ein entscheidender Einschnitt im Leben einer Frau.
In den letzen Jahren wurden erhebliche Fortschritte in
der Therapie der beiden genannten Krankheiten erzielt. Dennoch ist der
Umsatz mit Hilfsmitteln gegen Inkontinenz nicht zurück gegangen.
Man kann vermuten, dass die Behandlung nicht überall optimal ist.
Jede zweite Frau mit Harninkontinenz und/oder Senkungsbeschwerden
beklagt auch Darmfunktionsstörungen, vor allem Stuhlinkontinenz.
Besserung bringt hier schon eine Umstellung der Ernährung, vorausgesetzt,
diese erfolgt unter fachlicher Anleitung. Ernährungsberater haben
auf diesem Gebiet Richtlinien erstellt und arbeiten an der Seite der Proktologen,
die sich auf die Diagnostik und Therapie von Darmfunktionsstörungen
spezialisiert haben.
Sowohl Harnblasen- als auch Darmfunktionsstörungen
können durch Schwangerschaft und Geburt ausgelöst werden. In
vergleichbarer Häufigkeit kommt es auch zu Beschwerden beim Sexualverkehr,
die sich aber durch Beckenbodentherapie nach Genesung des Geburtskanals
bessern. Spezialisierte Physiotherapeuten geben Anleitung zur Beckenbodenbewusstseinsschulung
und -konditionierung. Häufig ist es aber weniger ein organisches
Problem als die neue familiäre Situation, die auch der Partnerschaft
eine neue Qualität abverlangt. Gerade junge Paare können mit
diesen Problemen überfordert sein. Eine Paarberatung kann helfen,
übereilte Trennungen zu vermeiden. Sexualmediziner übernehmen
hier Paarberatung und -therapie.
Da alle angesprochenen Probleme erkennbar eine gemeinsame
Basis haben – den Beckenboden – wurde am St. Hedwig-Krankenhaus
in Berlin Mitte das Deutsche Beckenbodenzentrum gegründet. Hier können
zum einen Doppeluntersuchungen und gegebenenfalls mehrfache Operationen
vermieden werden. Andererseits sollen urologische, gynäkologische,
neurologische und proktologische Operationen unter den Beckenboden schützenden
Kriterien vorgenommen werden. Um diesen Anforderungen zu entsprechen,
werden im Beckenbodenzentrum die Kompetenzen von Urogynäkologen,
Proktologen, Urologen, Neurologen, Gastroenterologen, Physiotherapeuten,
Öcotrophologen, Sexulamedizinern und Radiologen koordiniert. Nur
ein interdisziplinärer Austausch kann die Qualität der Arbeit
gewährleisten.
Ansprechpartnerin:
Dr.med. Annett Gauruder-Burmester
Koordinatorin Deutsches Beckenbodenzentrum
St. Hedwig-Kliniken, Fachbereich Urogynäkologie
Große Hamburger Straße 5-11, 10115 Berlin
Tel.: 030/2311-2879; Fax: -2728
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