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56. Kongress der deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und
Geburtshilfe
Berlin, ICC, 19. bis 22. September 2006
Ist Ultraschall in der Schwangerschaft doch gefährlich?
Stellungnahme von Prof. B.-J. HACKELÖER, Hamburg
DIn einem kürzlich erschienen Artikel* wurden schwangere
Mäuse in mehreren Sitzungen 5-240 Minuten Ultraschallwellen ausgesetzt.
Untersuchungen der Nachkommen ergaben Abweichungen der normalen Neuralzellenausbreitung
von tieferen zu oberflächennahen Hirnschichten. Diese Veränderungen
kamen ausschließlich nach Expositionszeiten von über 30 Minuten
mit fokussiertem Ultraschall vor – Zeiten, die signifikant höher
sind, als jegliche Form der diagnostischen Anwendung. Aufgrund der relativ
zum Ultraschallstrahl geringen Größe der Mäusehirne bedeutete
die Untersuchung, dass die gesamte Maus dem konzentrierten Ultraschall
ausgesetzt war, während beim diagnostischen Ultraschall nur begrenzte
Organteile "beschallt" werden. Die rasche Hirnentwicklung bei
Mäusen über nur wenige Tage unterscheidet sich von der längeren
Hirnentwicklung beim Menschen deutlich. Zusätzlich wurde die Ultraschallsonde
direkt an die Mäusefeten herangeführt und unbeweglich gehalten.
Dies alles sind Bedingungen, wie sie beim diagnostischen Ultraschall nie
vorkommen. Die Ergebnisse sind daher NICHT auf den diagnostischen Ultraschall
beim Menschen – speziell der Fetaluntersuchung – übertragbar.
Die Studie zeigt einen interessanten biologischen Effekt,
der weiter untersucht werden sollte. Jedoch kann aufgrund schwerer methodischer
Mängel keinerlei Verbindung zum diagnostischen Ultraschall beim Menschen
gezogen werden.
Ansprechpartner:
Prof.Dr. Bernhard-Joachim Hackelöer
Chefarzt der Abt. Geburtshilfe und Pränatalmedizin
Asklepios Klinik Barmbek
Rübenkamp 220, 22291 Hamburg
Tel.: 040/181 882-1841; Fax: -1849
Mail
* Ang et al.: "Prenatal exposure to
ultrasound waves impacts neuronal migration in mice", Proceedings
of the national Academy of Sciences, Online / siehe z.B. auch: NZZ, 18.8.06
Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall
in der Medizin (DEGUM) unterhält im Rahmen der Europäischen
Gesellschaften (EFSUM) ebenso wie die Amerikanische Ultraschallgesellschaft
(AIUM) und die Internationale Gesellschaft für Gynäkologisch-Geburtshilflichen
Ultraschall (ISUOG) ein Bioeffects und Safety Committee. Von diesen Gesellschaften
sind Stellungnahmen gleichen Inhaltes herausgegeben worden.
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