AKTUELLE MITTEILUNGEN
STARTSEITE
JUSTIN WESTHOFF
ANDREA WESTHOFF
MWM-VERMITTLUNG
PROJEKTE + REFERENZEN
KOOPS + LINKS

 

 

Durch
Gemeinsames
Gestalten
Gewinnen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

57. Kongress der deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe
Hamburg (CCH) 16. bis 19. September 2008


Brustkrebs-Massenuntersuchungsprogramm: Erfolge und Lücken
Pressetext von Prof. I. Schreer, Kiel

Die Aufbauphase ist in Rekordzeit geschafft: Fast flächendeckend gibt es in nun Deutschland ein kostenloses Mammographie-Screening durch besonders qualifizierte Zentren. Ebenso wie in vergleichbaren europäischen Ländern mit solchen Programmen zur Früherkennung von Brustkrebs ist auch in Deutschland der Erfolg sichtbar: Die Sterberate an dieser häufigsten Krebserkrankung der Frau sinkt, und die Qualität der Untersuchungen hierzulande ist gut. Dennoch bleibt Einiges zu tun.
In Deutschland erkranken pro Jahr rund 57.000 Frauen neu am Mammakarzinom (Brustkrebs), jährlich sterben etwa 17.500. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass daran weder die Selbstuntersuchung der Brust noch die Tastuntersuchung durch den Arzt alleine Wesentliches ändern können. Die Mammographie soll dazu dienen, Tumoren aufspüren, bevor sie tastbar werden, um durch frühe Diagnose und Behandlung die Brustkrebssterblichkeit zu senken und weniger eingreifende Behandlungsmaßnahmen anwenden zu müssen. Um eine Massenuntersuchung erfolgreich zu gestalten, bedarf es aber moderner Technik und besonders qualifizierter Untersucher. Deshalb wurde bei uns Ende 2005 das Mammographie-Screening-Programm nach europäischen Leitlinien aufgebaut. Anspruchsberechtigt sind bisher Frauen zwischen 50 und 69 Jahren, die alle zwei Jahre brieflich zu der Untersuchung eingeladen werden.
In Deutschland leben 10,4 Millionen Frauen dieser Altersgruppe. Über 2,6 Millionen von ihnen (26 Prozent) wurden bisher eingeladen, genutzt haben das Angebot allerdings bisher nur 1,45 Millionen (54 Prozent der Eingeladenen). Um den gewünschten Effekt auf die Gesamtsterblichkeit an Brustkrebs zu erzielen, müssen die Beteiligungsraten noch deutlich steigen.
Für die Teilnehmerinnen jedoch zeigt sich bereits ein bemerkenswerter Erfolg. Knapp 81 Prozent der Krebsfälle wurden in Stadium T1 entdeckt, was bedeutet, dass die Tumoren kleiner als 20 mm waren; 78,9 Prozent haben keinen Lymph-knotenbefall, womit die Heilungschancen größer sind.
Die guten Ergebnisse sind Folge eines umfassenden Qualitätssicherungsprogramms: Die Qualität der Geräte wird überprüft, die Röntgenbilder werden von zwei erfahrenen Ärzten unabhängig voneinander ausgewertet, und im Verdachtsfall entnommene Gewebeproben werden von besonders qualifizierten Pathologen begutachtet. Im normalen Versorgungssystem, außerhalb des Mammographie-Screening-Programms (Ausnahme Schleswig-Holstein) können diese Standards nicht vorgehalten werden.
Das heißt: Die Versorgung von Frauen mit bildgebender Mammadiagnostik erfolgt in getrennten Systemen mit deutlich unterschiedlicher Qualität! Dies zu verändern war Ziel des im Jahre 2001 in Schleswig-Holstein gestarteten "QuaMaDi-Projektes". Wir konnten zeigen, dass durch Doppelbefundung, Drittbefundung durch Experten, Umsetzung von standardisierter Abklärung und vor allen Dokumentation der gesamten Prozesse die Anzahl größerer Tumoren reduziert und die Zahl von rechtzeitig entdeckten kleineren Tumoren und Tumorvorstufen deutlich angehoben werden konnte.
Nur die Hälfte aller neuen Brustkrebsfälle tritt allerdings bei Frauen zwischen 50 und 69 Jahren auf. Jeweils ein Viertel der Fälle betrifft jüngere beziehungsweise ältere Frauen. Nach allen Erkenntnissen könnte auch hier die Sterberate gesenkt werden. Diese Tatsache, die bislang unzureichende Teilnehmerrate sowie die erwähnten Mammographien außerhalb des qualitätsgesicherten Screening-Programms bedeuten in der Summe, das mindestens 75 Prozent der Diagnosen zu spät oder unzureichend sicher gestellt werden. Hier besteht daher dringender Handlungsbedarf. Mindestens zum Beispiel für Frauen aus "Brustkrebsfamilien" oder für Frauen mit anderen Risikofaktoren, sollte die kostenlose Mammographie in qualifizierten Zentren möglich sein. Dabei sollte der Nutzen individuell gegen eventuelle Risiken abgewogen werden, zum Beispiel "falsch positive Befunde", welche die Frauen unnötigerweise beunruhigen können. Die Leitlinien der Fachgesellschaften zum Thema Brustkrebsfrüherkennung fordern ebenfalls eine Ausdehnung des Programms auf "Hochrisikopatientinnen" aus anderen Altersgruppen. Diese fachlichen Erkenntnisse müssen Realität in der Kassenärztlichen Versorgung werden.

Ansprechpartner:
Prof. Dr.med. Ingrid Schreer
Mammazentrum der Universitätsfrauenklinik, Department Frauenheilkunde
Michaelisstraße 16, 24105 Kiel
Tel.: 0431/597-2100; Fax: -3617
Mail
***
Abdruck bzw. Verwendung frei – Belegexemplar erbeten an:
MWM-Vermittlung
Kirchweg 3 B, 14129 Berlin
Fax: 030/803 96-87
> Mail

Zurück Zur Presseseite DGGG-Kongress 2008


 

 

 
 
© xxmed.de, 2001