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Berlin, 6. bis 9. Mai 2009: 24. Deutscher Kongress für Perinatale Medizin gemeinsam mit
35. Jahrestagung der Gesellschaft für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin

Frühgeborene und kranke Kinder: Die Belastung der Familie wird oft unterschätzt
Pressetext von Sabine Leitner

Die Fortschritte bei der Behandlung sowohl von kranken Neugeborenen als auch von extrem unreifen Frühchen sind bemerkenswert. Vergessen wird dabei jedoch oft, wie groß die Belastung sowohl für die Eltern als auch lebenslang für das Kind sein kann. Die Schwerpunkte der Spitzenmedizin und der Betreuung Betroffener sollten daher teilweise anders gesetzt werden.
Als Mutter eines Mädchens, das durch eine Cytomegalie-Infektion schwerst erkrankt und extrem früh in der 26. Schwangerschaftswoche geboren wurde, weiß ich, wie es ist, wenn man sich mit dem eventuellen Tod des eigenen Kindes befassen muss. Sich mit drohenden Behinderungen und damit mit der Veränderung des gesamten bisherigen Lebens auseinandersetzen zu müssen, ist ein Schock. Wir als Eltern und vor allem unser Kind haben erfahren, wie viel Anstrengung, wie viel Zeit, wie viel Strapazen man durchlebt, bevor das Leben in geregelte Bahnen geleitet werden kann. Der anfängliche Stress kann bei vielen Eltern unbemerkt in ein Trauma münden, dass die Eltern-Kind-Bindung negativ beeinflussen kann.
Betreuung und Fürsorge von außen sind also unabdingbar.
Hierauf sollte mehr Gewicht gelegt werden als auf einen Wettbewerb, der darin besteht, mit aller Kraft immer früher geborene und extrem unreife Kinder zu "retten", die oftmals keine Chance auf ein Leben ohne Behinderung haben. Ganz entscheidend ist vielmehr, dass genug Zeit und Kraft in die Versorgung der Kinder gelegt wird, die eine gute Prognose haben. Eine entwicklungsfördernde Pflege von Frühgeborenen benötigt Zeit und geschultes Fachpersonal auf der Station. Hierfür muss unter anderem auch mehr Geld zur Verfügung stehen.
Die mögliche häusliche Überforderung wird im Vorfeld oft nicht erkannt. Eltern müssen schon vor der Klinikentlassung über alle zu erwartenden Risiken und Probleme aufgeklärt werden, um die Familie vorzubereiten und einen möglichst geregelten Alltag zu ermöglichen. Kinder mit schweren Krankheitsverläufen, chronischen Erkrankungen oder Behinderungen fordern die gesamte Familie. Auch für die Geschwister entsteht eine Belastung, und das soziale Umfeld der Familie reagiert keineswegs immer adäquat. Selbstverständlich zählt immer der Einzelfall, denn natürlich sind Eltern unterschiedlich in der Annahme, Betreuung und Förderung ihrer Kinder. Aber ein gewisses Grundkonzept sollte beachtet werden. Dazu gehört, genau zu prüfen, wie viele Mittel in die massiv eingreifende Gerätemedizin und wie viel in die pflegerische und psychosoziale Betreuung investiert werden. Nur dann kann von Fortschritt im umfassenden Sinn gesprochen werden.
Ansprechpartnerin:
Sabine Leitner
Projektleiterin zur Nachsorge für Eltern von zu früh geborenen Kindern
und Leiterin der 1. deutschen CMV- Selbsthilfegruppe
Kruseweg 6, 12279 Berlin
Tel.: 030/753 91 18
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Web
Kontakt für MEDIEN-Vertreter/innnen:
MWM-Vermittlung
Pressestelle Perinatal 2009
Kirchweg 3 B, 14129 Berlin
Tel.: (030) 803 96-86; Fax: -87
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