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TRADITION
MIT ZUKUNFT
Sucht ist behandelbar – wenn sie nicht verborgen bleibt
Pressetext von Dr. Thorsten Kienast und Prof. Andreas Heinz
Suchterkrankungen haben nichts mit einer Willensschwäche zu
tun. Es handelt sich um eine Krankheit mit weitgehend biologischen Ursachen,
die aber häufig unerkannt bleibt. Frühe Diagnose sowie richtige
Beratung und Therapie in spezialisierten Einrichtungen sind jedoch immer
noch die Ausnahme!
Die Abteilung für Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen der
Psychiatrischen Universitätsklinik der Charité im St. Hedwig-Krankenhaus
bietet eine umfassende Diagnostik und Therapie bei substanzgebundenen
Suchterkrankungen. Ein besonderes Angebot ist hier zudem das Therapieprogramm
für suchtkranke Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung.
Laut Bericht 2006 der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen leiden
in Deutschland 4,3 Millionen Menschen an einer Tabakabhängigkeit,
1,9 Millionen an einer Medikamenten-, 1,7 Millionen an einer Alkoholabhängigkeit,
250.000 an einer Abhängigkeit von Cannabis und rund 175.000 Personen
an einer Opiatabhängigkeit.
Meistens wird leider erst behandelt, wenn bereits körperliche und
soziale Folgeschäden aufgetreten sind. Um so wichtiger ist es, dass
besser bekannt wird, wie man eine "Sucht" erkennt.
Die 6 Kriterien einer Suchterkrankung
Die Abhängigkeit zeichnet sich meistens durch einen unmerklichen
Übergang von kontrolliertem zu unkontrolliertem Konsum von Alkohol,
Zigaretten, Tabletten oder anderen Substanzen aus. Für die Diagnosestellung
müssen nur drei der folgenden sechs Kriterien vorliegen:
• Ein starker Wunsch oder Zwang, eine bestimmte Substanz zu konsumieren.
• Verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich des Beginns,
der Beendigung und der Menge desSubstanzkonsums (das Aufhören fällt
schwer).
• Körperliches Entzugssyndrom bei Absetzen der Substanz.
• Nachweis einer Toleranz (es wird also stetig mehr Substanz vertragen).
• Fortschreitende Vernachlässigung anderer Vergnügungen
oder Interessen zugunstendes Substanzkonsums.
• Anhaltender Substanzkonsum trotz des Nachweises eindeutiger schädlicher
Folgen amKörper oder auch in der sozialen Gemeinschaft.
Wie prüft man eine "verdeckte" Alkoholabhängigkeit?
Betroffene, Angehörige und Freunde sollten (sich) die unten stehenden
Fragen stellen. Muss mehr als ein Punkt mit "ja" beantwortet
werden, liegt sehr wahrscheinlich eine Alkoholabhängigkeit vor. Der
oder die Betroffene sollte in diesem Fall unbedingt eine Beratungsstelle
oder seinen Hausarzt aufsuchen.
• "Haben Sie jemals das Gefühl gehabt, Sie müssten
Ihren Alkoholkonsum vermindern?"
• "Haben andere Personen Ihr Trinkverhalten kritisiert?"
• "Haben Sie sich jemals schlecht oder schuldig wegen Ihres
Trinkens gefühlt?"
• "Brauchen Sie morgens Alkohol um erst richtig leistungsfähig
zu werden?"
Lieber auf Nummer sicher gehen und so für eine gesunde
Zukunft sorgen:
Wer schlau ist, beobachtet sich, horcht auf seinen Körper und auf
seine wahren Freunde.
Die Abteilung für die Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen
der PUK Charité im SHK bietet unkomplizierte Beratung und Behandlung.
Das Therapieprogramm umfasst eine moderne medizinisch überwachte
Entgiftung, begleitet von einer intensiven psychotherapeutischen und –
falls notwendig – einer individuellen medikamentösen Behandlung.
Betroffene und Angehörige erhalten zudem Informationen für die
zukünftige Abstinenz.
Eine Spezialität der Charité-Psychiatrie im St. Hedwig-Krankenhaus
ist das Programm für Abhängige, die gleichzeitig an der "Borderline-Krankheit"
leiden. Sie ist definiert als Persönlichkeitsstörung mit beispielsweise
häufigen Suizidgedanken und -impulsen, starken, schwer berechenbaren
Stimmungsschwankungen, oftmals Risikoverhalten, dem Gefühl der Inneren
Leere, sowie einer Identitätsfindungsstörung und häufig
selbstverletzendem Verhalten. Die Behandlung der beiden Erkrankungen findet
zeitgleich in einem eigens dafür konzipierten Therapieprogramm der
Dialektisch Behavioralen Therapie für suchtkranke Personen (DBT-S),
einer Weiterentwicklung der Arbeit von Marsha Linehan, statt.
INTERESSIERTE können sich wenden an:
Abteilung für die Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen
PUK Charité im SHK
Standort bis zum Umzug: Turmstraße 21, 10559 Berlin
Tel.: 030 2311-2940
Mail
web
Ansprechpartner für MEDIEN:
OA Dr. Thorsten Kienast
Tel.: 030 2311-2901; Fax.: -2903
Mail
MEDIEN-Kontakt:
MWM-Vermittlung
Kirchweg 3 B, 14129 Berlin
Tel: (030) 803 96-86, Fax: -87
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