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TRADITION
MIT ZUKUNFT
Einzigartige Spezialabteilung für Menschen mit Schlafstörungen
Pressetext von Chefarzt Dr. Dieter Kunz
Ein Fünftel aller Menschen leidet chronisch unter unerholsamem
Schlaf. Die Hälfte davon versucht jeden Abend, den Schlaf durch Alkohol
oder Medikamente zu fördern. Die indirekten Kosten durch Schlafstörungen
werden für Deutschland auf 40 Milliarden Euro jährlich geschätzt.
Während schlafbezogene Atemstörungen in Deutschland in vielen
Schlaflaboren und bei niedergelassenen Lungenfachärzten ambulant
diagnostiziert werden, stehen für schätzungsweise fünf
bis acht Millionen Patienten mit behandlungsbedürftigen neurologisch-psychiatrischen
Schlafstörungen nur etwa 50 Diagnoseplätze und sehr wenige
niedergelassene Spezialisten zur Verfügung.
Die Psychiatrische Universitätsklinik der Charité (PUK) im
St. Hedwig-Krankenhaus (SHK) hat speziell für seelisch bedingte Schlafstörungen
ein neurologisch-psychiatrisches Schlaflabor mit Ambulanz eröffnet.
Gesunder Schlaf
Weder für die Dauer noch für den Zeitpunkt gibt es allgemein
gültige Regeln. Nach der Pubertät hat jeder Mensch sein individuelles
Schlafmuster entwickelt, welches sich im Lauf des Lebens wenig verändert.
Die durchschnittlich benötigte Schlafdauer liegt bei rund acht Stunden.
Die individuellen Abweichungen davon sind aber sehr groß. Genauso
unterschiedlich ist die "innere Uhr" im Hinblick darauf, zu
welchen Zeiten jemand schläft. So-lange das persönliche Schlafbedürfnis
eingehalten werden kann, ist dies "gesund". Arbeitet jedoch
zum Beispiel der "Morgentyp" dauerhaft als Kellner oder der
"Abendtyp" als Bäcker, entstehen ein chronisches Schlafdefizit
sowie unterschiedlichste Erkrankungen.
Nicht erholsamer Schlaf
Ein- und Durchschlafstörungen sind nicht das entscheidende Charakteristikum
einer Schlafstörung im eigentlichen Sinne. Entscheidend ist, ob der
Schlaf erholsam war und seine Funktionen erfüllt hat. Zu den Funktionen
des Schlafs gehören die Hirnreifung, Lernvorgänge, Gedächtniskonsolidierung,
Stärkung des Immunsystems und auch die Koordination metabolischer
Prozesse.
Schichtarbeiter zum Beispiel, die gegen den Rhythmus ihrer inneren Uhr
leben müssen, haben ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankung
oder für Krebs. Entgegen einer landläufigen Meinung reguliert
sich die innere Uhr nicht von alleine nach Beendigung des Schichtdienstes.
Auch andere Menschen leiden unter dem "Schichtarbeitersyndrom".
Jeder Mensch, der abends Alkohol trinkt, Betablocker einnimmt oder sich
sehr hellem Licht aussetzt, verschiebt seine innere Uhr um mehrere Stunden
mit der Folge von Einschlafstörungen, morgendlicher Müdigkeit
und chronischem Schlafdefizit.
Die Schlafmedizin unterscheidet heute über hundert unterschiedliche
Störungsbilder aufgrund unterschiedlicher Schlaf-wach-Muster. Hierzu
zählen auch Schlafwandeln, Albträume und nächtliche Verwirrtheitszustände.
Für viele dieser Störungen stehen mittlerweile spezifische Therapien
zur Verfügung. Wichtigste Grundvoraussetzung ist eine exakte Diagnostik
in einer spezialisierten Einrichtung.
Psychiatrisch-Neurologisches Schlaflabor der PUK Charité
im SHK
Das Schlaflabor der PUK im SHK hat sich auf die Diagnostik und Therapie
von psychia-trisch-neurologischen Ursachen von Schlafstörungen spezialisiert.
Darüber hinaus wird hier im Rahmen internationaler Kooperationen
geforscht.
Jeder Patient mit Tagesbefindlichkeitsstörungen, für die er
keinen Grund kennt, kann direkt oder über seinen Haus- oder Facharzt
Kontakt mit der Ambulanz aufnehmen. Dem Patienten wird in der Regel ein
Fragebogen zugeschickt. Falls sich bereits hierdurch eine eindeutige Diagnose
ergibt, werden dem Patienten direkt Anlaufstellen genannt.
Allen anderen Patienten wird ein ambulanter Termin binnen vier Wochen
angeboten. Während des einstündigen Ersttermins wird das gesamte
Spektrum schlafmedizinischer Störungen beleuchtet. Bei rund der Hälfte
der Patienten kann dann eine eindeutige Diagnose gestellt werden. Die
Patienten werden entweder mit Diagnose und exakten Therapieempfehlungen
an den niedergelassenen Arzt zurücküberwiesen, oder aber es
werden weitere ambulante und stationäre Untersuchungen vorgenommen.
Rund 40 Prozent der Patienten, die unsere Ambulanz aufsuchen, empfehlen
wir eine stationäre Diagnostik in unserem Schlaflabor über zwei
Nächte. Hierbei werden viele unterschiedliche Biosignale gleichzeitig
gemessen, die eine exakte qualitative und quantitative Beschreibung des
Schlafes ermöglichen. Häufig werden hierbei Phänomene festgestellt,
von denen der Patient selber nichts wissen kann – da er ja schläft.
Nach der Auswertung wird mit den Patienten das weitere Vorgehen besprochen.
Für viele der schlafbezogenen Störungen gibt es Hilfsmöglichkeiten,
unter anderem Psychotherapie, operative und medikamentöse Behandlungen.
Eine der wichtigsten Maßnahmen ist die Einhaltung von Schlafhygiene.
Hierfür ist es notwendig, Basiswissen über die Schlaf-wach-Regulation
zu erwerben. Allein durch die "Schlafschule" wird sehr oft eine
erhebliche Verbesserung der Lebensqualität erreicht.
Kontaktadresse FÜR PATIENTEN:
Psychiatrisch-Neurologisches Schlaflabor PUK Charité im SHK
(derzeit) Turmstraße 21, 10559 Berlin
Sekretariat: Frau Dümchen
Tel.: 030/2311-2902
Mail
Ansprechpartner für MEDIEN:
Dr. Dieter Kunz
Tel.: 030/2311-2900; Fax: -2903
Mail
MEDIEN-Kontakt:
MWM-Vermittlung
Kirchweg 3 B, 14129 Berlin
Tel: (030) 803 96-86, Fax: -87
Mail
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Regeln für einen guten Schlaf
Zur Schlafenszeit
° Jeden Morgen zur gleichen Zeit aufstehen, unabhängig von der
Dauer und Güte des Nachtschlafes, auch im Urlaub und am Wochenende
(wichtigste Regel).
° Den Tag ruhig ausklingen lassen und vor dem Schlafengehen keine
anstrengenden körperlichen oder geistigen Tätigkeiten ausführen.
° Das Licht beim Zubettgehen mit der Absicht ausschalten, nun einzuschlafen.
Nicht nachts wach liegen bleiben, sondern aufstehen und in einem anderen
Raum mit leichter Beschäftigung (kein Fernsehen) Ablenkung suchen,
bis Schläfrigkeit eintritt. Dann zum Schlafen ins Bett zurückkehren
und – falls nötig – den Vorgang wiederholen.
° Tagsüber – jedenfalls nicht nach 15.00 Uhr – kein
"Nickerchen" machen. Sollte die Schläfrigkeit zu groß
werden, höchstens eine Stunde schlafen.
Zur Schlafumgebung
° Die Schlafumgebung so gestalten, dass sie den Schlaf fördert
(angenehm kühles Raumklima, wenig Licht und Lärm). Schnarcht
der Partner, getrennte Schlafzimmer bevorzugen.
° Das Zubettgehen mit einem Ritual verbinden (z. B. Abendspaziergang,
Musikhören, Entspannungstraining).
° Schlafzimmer und Bett nur zum Schlafen nutzen. Keinesfalls im Bett
lesen oder arbeiten.
° Nachts nicht auf die Uhr sehen (Wecker z. B. unter dem Bett verstecken).
° Abends helles Licht vermeiden.
Regeln zu Essen, Trinken und Rauchen
° Weder mit vollem Magen, noch hungrig ins Bett gehen. Nie nachts
essen.
° Spätestens vier Stunden vor dem Schlafengehen keine alkohol-
oder koffeinhaltigen Getränke trinken (Kaffee, Tee, Cola).
° Einige Stunden vor dem Schlafengehen nicht mehr rauchen.
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