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Gegen seelische Krankheiten sind auch im Alter Kräuter gewachsen
Pressetext von Dr. Richard Mahlberg

Alle reden von der demographischen Entwicklung – und manche tun etwas für ältere und alte Menschen, die im Übrigen in der Regel sehr viel mehr geistige und körperliche Fähigkeiten haben, als ihnen gemeinhin zugetraut werden. Und: Auch psychische Krankheiten im Alter sind meist behandelbar, mindestens aber können sie gelindert und ihr Fortschreiten gebremst werden.
Das Gerontopsychiatrische Zentrum der Psychiatrischen Universitätsklinik der Charité im St. Hedwig-Krankenhaus (GPZ) in Mitte hat spezielle Angebote für ältere Menschen (und das kann schon heißen: ab etwa 55) mit Depressionen, psychosomatischen Erkrankungen, Angst- und Unruhezustände, Demenzen und weiteren seelischen Krankheiten oder Lebenskrisen. Dazu zählt insbesondere auch die erst im letzten Jahr eröffnete Gerontopsychiatrische Tagesklinik mit einem breiten Angebot, wozu auch Einzel- und Gruppentherapie gehört – im Alter ungewöhnlich, aber viel versprechend.
Etwa 20 bis 30 Prozent der über 65-Jährigen leiden an einer psychischen Erkrankung. Dank der medizinischen Fortschritte können diese inzwischen überwiegend sehr gut behandelt werden. Aber immer noch werden zum Beispiel Gedächtnisstörungen fälschlicherweise als „normaler Altersprozess“ betrachtet oder Depressionen bei älteren Menschen einfach nicht wahrgenommen. Selbst professionelle Helfer erklären noch oft, man könne „nichts mehr machen“, und die Betroffenen müssten "sich damit abfinden". Woran es vor allem fehlt, das sind eine kompetente und möglichst frühzeitige Diagnostik und eine fachlich fundierte Behandlung, mit der die Lebenszufriedenheit der Kranken deutlich verbessert werden kann.
Gerontopsychiatrische Zentren aber bieten genau dies. Durch fachübergreifende, ambulante oder teilstationäre Diagnostik und Therapie in einem sowohl biologisch-medizinischen als auch psychosozialen Verständnis von Krankheitsprozessen wird die Lebensqualität älterer Menschen entschieden verbessert.
Das Gerontopsychiatrische Zentrum der Psychiatrischen Universitätsklinik der Charité (Campus Mitte) im St. Hedwig-Krankenhaus hat das Ziel, der Unter- und Fehlversorgung seelisch kranker älterer Menschen etwas entgegenzusetzen, unnötige Heimunterbringungen zu vermeiden und gegebenenfalls ganz konkrete Hilfe in akuten Krisensituationen zu leisten. Das GPZ bezieht die Angehörigen in die Beratung und Behandlung – wann immer möglich – ein und arbeitet eng mit niedergelassenen Ärzten sowie anderen Kliniken zusammen. Das Angebot in Berlin-Mitte steht älteren Menschen aus ganz Berlin und Umgebung zur Verfügung! Es umfasst vor allem:
° Die einzige Berliner Beratungsstelle für seelische Gesundheit im Alter:
Hierhin kann Jede und Jeder kommen, ohne die Hürde eines Überweisungs- oder Krankenscheins! Das Spektrum geht hier von der Vorbeugung bis zur Hilfe bei Suizidalität. Schon alleine frühzeitiger Rat kann oft psychischen Krankheiten wie zum Beispiel Angststörungen oder Depressionen verhindern und Verschlimmerungen verhüten. Auch gegen Einsamkeit, mangelnde Unterstützung durch die Umgebung oder gegen Vergesslichkeit kann man etwas tun!
° Gedächtnissprechstunde:
Das GPZ Berlin-Mitte ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft deutschsprachiger Memory-Kliniken und verfügt über alle medizintechnischen Untersuchungsmethoden sowie über qualifizierte Psychologen und Ärzte. Spezialität hier: Unmittelbar im Anschluss an Diagnose und Therapieempfehlung erfolgt eine umfassende pychosoziale Beratung – zum Beispiel auch zur Frage: "Alzheimer: Was nun?".
° Institutsambulanz:
Hier werden Patienten aufgenommen, die für einen bestimmten Zeitraum eine umfassendere Behandlung benötigen.
° Tagesklinik mit berlinweit einmaligen Angeboten (s.u.)
° Station mit 18 Betten: Seelisch kranke alte Menschen leiden sehr häufig zusätzlich unter mehreren körperlichen Erkrankungen. Hier arbeiten Fachleute für Beides unter einem Dach zusammen.
° Krisenintervention
° Therapie- und Angehörigengruppen
° Konsiliardienst in Seniorenheimen, wo die fachärztliche Betreuung oft Mängel aufweist.
° Fortbildung verschiedener Berufsgruppen und praxisrelevante psychiatrische Forschung.
Ganz besonders bedenklich bei psychischen Erkrankungen im Alter ist die Tatsache, dass viel zu viele Betroffene vorschnell in ein Altersheim eingewiesen oder in psychiatrischen Kliniken untergebracht werden. Die Tagesklinik des GPZ Berlin-Mitte steuert hier gegen! Tagsüber in der Klinik, abends und am Wochenende zu Hause – das Angebot ist für ältere Menschen gedacht, für die eine ambulante Behandlung derzeit nicht ausreicht, eine vollständig stationäre Behandlung aber nicht erforderlich ist. Die Kosten übernehmen die Krankenkassen. In der Tagesklinik wird eine komplette medizinische und psychosoziale Betreuung geboten; Psychotherapie bzw. Kurztherapieprogramme sind fester Bestandteil. Im Anschluss vermittelt die Tagesklinik Nachsorgeangebote in häuslicher Umgebung für gesundheitliche Stabilität und mehr Lebensqualität.
INTERESSIERTE können sich wenden an:
° Gerontopsychiatrische Tagesklinik
Große Hamburger Straße 5-11, 10115 Berlin
Tel.: 030/2311-2116; Fax: -2768
° Beratungsstelle für Seelische Gesundheit im Alter:
Tel.: 030/2311-2902; Fax: -2912
Ansprechpartner für MEDIEN:
OA Dr. Richard Mahlberg
Leiter des GPZ
Tel.: 030/2311-2902; Fax: -2912
Mail
MEDIEN-Kontakt:
MWM-Vermittlung
Kirchweg 3 B, 14129 Berlin
Tel: (030) 803 96-86, Fax: -87
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