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DGPPN Kongress 2004
Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde
ICC Berlin, 24. bis 27. November 2004
Medienseite - Einladung zu Kongress und drei Pressekonferenzen
Immer noch kursieren Vorstellungen, wonach psychisch Kranke
"unheilbar" seien. Das Gegenteil ist richtig: Die meisten Menschen mit
auch schweren psychischen Erkrankungen können heute wirksam
behandelt werden. Dazu haben gezieltere Psychotherapiemethoden ebenso beigetragen
wie die Entwicklung hochwirksamer Medikamente.
Zum Beispiel Angststörungen, Depressionen, Suchterkrankungen, auch
Schizophrenien und zunehmend Demenzen sowie Nervenerkrankungen etwa
MS oder Epilepsie gehören zu den häufigsten Krankheitsbildern.
Sie sind vor allem deswegen mit großem Leid für die Betroffenen
und deren Angehörigen verbunden, weil psychisch Kranke immer noch auf
Vorurteile und Ausgrenzung stoßen, zu spät zum richtigen Arzt
gelangen und mitunter auch unzureichend behandelt werden. Dies hat unter
anderem überflüssige Rückfälle und Krankenhauseinweisungen
zur Folge mit den entsprechenden enormen direkten und indirekten
Kosten für Gesundheitswesen und Volkswirtschaft.
Beim Kongress 2004 der DGPPN stehen medizinisch-wissenschaftliche Fortschritte
ebenso im Vordergrund wie Probleme bei der Versorgung psychisch kranker
Menschen.
Dazu gehören:
° Ursachen seelischer Störungen:
In den letzten Jahren wurde und wird intensiv an den genetischen Ursachen
von auch psychischen Krankheiten geforscht. Mittlerweile sind einige Bausteine
im Erbgut bekannt, die wahrscheinlich an der Entstehung psychischer Störungen
beteiligt sind. Doch so einfach ist es nicht: Auch wissenschaftlich gibt
es keinen Zweifel daran, dass die individuelle Umgebung des Menschen eine
große Rolle spielt; wahrscheinlich ist, das "Risikogene" und "Umwelt"
bei der Entwicklung psychischer Störungen zusammen spielen. Die "Gen-Umwelt-Interaktion"
ist deswegen ein Hauptthema.
° Moderne Behandlungsprinzipien:
Für die meisten schwereren psychischen Krankheiten gilt, dass sie mit
einer Kombination mehrerer Methoden behandelt werden können und müssen;
dazu gehören tiefenpsychologische und verhaltenstherapeutische Verfahren
ebenso wie eine gezielte Gabe von modernen Psychopharmaka. Jedenfalls bei
Fachärzten ist das "Nebeneinander" ebenso vorbei wie der "Schulenstreit":
Inzwischen wurden "störungsspezifische" Behandlungskombinationen für
praktisch jedes psychiatrische Krankheitsbild entwickelt, die es noch mehr
in die Praxis umzusetzen gilt.
° "Stigma":
Die rechtzeitige, richtige und konsequente Behandlung psychisch kranker
Patienten scheitert immer noch oft daran, dass diese als "Fremde" angesehen
werden, nicht die selbe Aufmerksamkeit erlangen wie andere Kranke, sich
schämen und deshalb beim Arzt mehr ihre körperlichen Begleitsymptome
in den Vordergrund stellen. Die DGPPN gehört deshalb zu den Vorreitern
der "Anti-Stigma-Kampagne", denn sowohl Ausgrenzung als auch Fehldiagnosen
und Fehlbehandlungen führen zu unnötigem Leid und erheblichen
Kosten.
° Versorgungssituation:
In den letzten Jahren haben einige Entwicklungen im Gesundheitswesen dazu
geführt, dass zwar Patienten mit "leichteren" seelischen Erkrankungen
besser betreut werden können, Menschen mit schwereren psychischen Störungen
jedoch ambulant oft unterversorgt sind. Es ist nicht zu viel, von einem
Skandal zu sprechen, denn diese Entwicklung widerspricht sowohl dem Ziel,
Kranke möglichst ambulant und wohnortnah zu behandeln als auch der
qualitätsüberprüften, wissenschaftlich fundierten Medizin.
° Weitere wichtige Themen beim Kongress 2004 sind unter anderem:
- "An der Grenze zum Ver-rückt-Sein": Borderlinestörungen
- Neue Arzneimittel
- Psychochirurgie: Relikt oder wiederentdeckte therapeutische Alternative?
- Innovative störungsspezifische Psychotherapieformen
- Sexualität und seelische Krankheiten
- Psychiatrie und Migranten
Ein weiteres Highlight ist der Schülerkongress
im ICC Berlin, Mittwoch, 24.11.04, 16.00 bis 18.00 Uhr
Mehr
dazu
Schüler werden aufgefordert, sich im Vorfeld gemeinsam mit ihren
Lehrern mit den Themen Alkohol, Mobbing sowie Prüfungsängste
zu beschäftigen und zum o. a. Termin mit Experten sowohl der DGPPN
als auch der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie
zu diskutieren.
Die Ergebnisse werden in Form einer Posterausstellung vorgestellt. Die
drei besten Arbeiten werden prämiert.
Ferner ist ein besonderes Kennzeichen des Kongresses der große
Praxisbezug. Dem dienen sowohl gesonderte Veranstaltungen für niedergelassene
Psychiater, ärztliche Psychotherapeuten und Nervenärzte als
auch ein Hausärzte-Fortbildungstag. Einen großen Raum nehmen
auch Veranstaltungen für jüngere Fachärzte ein.
Der Kongress der DGPPN, der nunmehr jährlich immer in Berlin stattfindet,
wird zudem getragen von weiteren wissenschaftlichen Fachgesellschaften
sowie Berufsverbänden. Präsident des Kongresses 2004, zu dem
wieder mindestens 3.000 Teilnehmer erwartet werden, ist Professor
Wolfgang Maier (Bonn).
Presse:
Wir bemühen uns, Sie mit allen notwendigen Informationen zu versorgen
und beste Arbeitsbedingungen im ICC Berlin bereit zu stellen. Dazu benötigen
wir Ihre Mithilfe:
Bitte melden Sie sich bis spätestens 12. November 2004 bei uns
an:
Antwortbogen
(PDF*)
MWM-Vermittlung
Kirchweg 3 B, 14129 Berlin
Tel.: 030/803 96-86; Fax: -87
E-MAIL
Akkreditierungsbedingungen:
siehe hier
Kurzfassung:
Kostenlose Teilnahme am Kongress und Zugang zur Pressestelle nur für
Berichterstatter unter Vorlage eines amtlichen Presseausweises UND einer
Redaktionsbestätigung.
Ärzte/Wissenschaftler/Therapeuten sowie Mitarbeiter von Marketing-
und Anzeigenabteilungen (auch solchen von Fachzeitschriften) Unternehmen,
PR-Agenturen etc. gelten NICHT als Journalisten.
In jedem Fall gilt die Entscheidung des Pressesprechers für den DGPPN-Kongress
2004.
Das Pressebüro finden Sie im ICC Berlin (Neue Kantstraße/Messedamm)
auf der "Brücke" zwischen ICC und Messegelände, Raum 45.
Öffnungszeiten: Mi., 24.11., ab 9.00 Uhr, Do. u. Fr., 25./26.11.,
ab 8.30 Uhr, jeweils bis Kongressende
Die Pressekonferenzen finden jeweils pünktlich um 11.00 Uhr im Raum
42 statt.
Journalisten-Arbeitsräume sind vorhanden. Für Bewirtung ist
gesorgt.
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