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Die Vorgeschichte zum Zoff im deutschen Journalistenverband, zum Ausschluss
der Landesverbände Berlin und Brandenburg und zur
GRÜNDUNG NEUER LANDESVERBÄNDE
Verband
Berliner Journalisten ist neuer DJV-Landesverband
Erklärung des Gründungsvorstandes des Vereins Berliner Journalisten
e.V.
zur aktuellen Lage (vom 08.10.2004)
Liebe Mitglieder, liebe Freundinnen und Freunde,
vier Wochen noch bis zum Verbandstag des DJV, der am 8. und 9. November
in Hannover stattfindet. Ganz oben auf der Tagesordnung steht dort der
Antrag, den Verein Berliner Journalisten und unsere Schwester-Gründung
in Brandenburg formell aufzunehmen. Getragen wird dieser Antrag von den
DJV-Landesverbänden, die zur Zeit den Aufbau der neuen Verbände
organisatorisch und finanziell unterstützen.
In einer Übergangszeit werden wir allerdings im DJV mit dem Alt-Verband
in der Lietzenburger Straße konkurrieren müssen - genauer:
bis zu einem Urteil des Berliner Kammergerichts, das - so erwarten wir
- den Ausschluss der beiden Altverbände bestätigt. Sie werden
immer deutlicher von den Neu-Mitgliedern und Neu-Vorständen aus dem
"Verband Junger Journalisten" (VJJ) beherrscht, der mit der gewerkschaftlichen
Arbeit und der beruflichen Interessenvertretung, wie sie der DJV versteht,
wenig zu tun hat. Das Landgericht Berlin hat den DJV gezwungen, den Ausschluss
der Alt-Verbände vorläufig auszusetzen. Andererseits haben
(vor einer anderen Kammer desselben Gerichts) diejenigen Mitglieder des
DJV Berlin Recht bekommen, die die Wahlen im DJV Berlin als rechtswidrig
angefochten haben. Jetzt sollen am 23. Oktober kurzfristig Neuwahlen
im Alt-Verband stattfinden. Doch ganz gleich, ob Alexander Kulpok noch
einmal mit der Unterstützung der VJJ-Mitglieder wiedergewählt
wird - oder ob der im Brandenburger Alt-Verband mittlerweile als "Geschäftsführender
Vorsitzender" agierende Torsten Witt diesmal für einen anderen Kandidaten
in Berlin die Strippen zieht: Der Verband in der Lietzenburger kann sich
nicht mehr mit Neuwahlen legitimieren. Durch den Masseneintritt von VJJ-Mitgliedern
und den Übertritt der übergroßen Mehrheit der Opposition
in unseren Verein Berliner Journalisten sind die Verhältnisse zementiert,
die Mehrheiten hinter den Kulissen festgeschrieben.
Deshalb gibt es für den DJV zu unserem Verein und dem neuen Verband
Brandenburger Journalisten keine Alternative.
Das haben die Landesvorsitzenden mit ihrer Resolution im Rahmen der Ludwigsburger
Gesamtvorstandssitzung eindrucksvoll klargestellt.
Wir konzentrieren uns bis zum Verbandstag weiter auf die inhaltliche
Arbeit.
Hier unsere jüngsten Aktivitäten:
* Wir haben einen in der Arbeit mit Journalisten erfahrenen Steuerberater,
Lutz Dachner dafür gewonnen, bei uns Sprechstunden abzuhalten - für
unsere Mitglieder kostenlos. (Anmeldung per Mail in der Geschäftsstelle).
* Unser Anwalt vertritt mehrere freie ddp-Kollegen, die nach der Insolvenz
der Agentur um ihre ausstehenden Honorarzahlungen fürchten.
* Unsere Stilwerkstatt hat auch bei ihrem zweiten Workshop viel Zulauf
und Anerkennung gefunden (Nächster Termin im November).
* Unsere Veranstaltung zum Thema "Pressefusionskontrolle" zeigte deutlich,
dass selbst die SPD-Bundestagsfraktion dabei ist, sich mit Riesenschritten
von den vielfaltfeindlichen Plänen ihres Wirtschaftsministers abzusetzen.
* Im vergangenen Monat haben wir - im Zusammenhang mit öffentlichen
Diskussionsveranstaltungen - bereits zwei Fachausschüsse gegründet
(für Freie und für Printjournalisten).
* Bis Anfang November sind weitere Gründungen geplant: Rundfunk sowie
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Bildjournalisten, und Junge Journalisten.
* In einem ersten Gespräch mit Vorstandsmitgliedern der "Jugendpresse
Deutschland" (nicht zu verwechseln mit dem VJJ!) wurde verabredet, gemeinsame
Projekte in der Hauptstadt zu entwickeln.
* Mit der "Homebase" machen wir ein neues attraktives Angebot für
alle aktiven Kolleginnen und Kollegen, die zeitweise oder längerfristig
im Ausland arbeiten.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, der Verein Berliner Journalisten ist
vom Tag seiner Gründung an Teil des Deutschen Journalistenverbandes,
daran haben der DJV und wir nie einen Zweifel gelassen. Lassen Sie
sich daher nicht durch Momentaufnahmen Einstweiliger Verfügungen
oder durch Meldungen interessierter Kreise verunsichern. Wir stehen
für die Erneuerung des DJV in der Hauptstadt!
Für Mitte November werden wir zur nächsten Mitgliederversammlung
einladen. Kurz nach dem Bundesverbandstag geht es um wichtige Weichenstellungen
im Verein Berliner Journalisten, dazu gehört nicht zuletzt die Neuwahl
des Vorstandes. Nur wer Mitglied ist, kann daran mitwirken.
Pressemitteilung des DJV-Bundesverbandes vom 16. Juli 2004
DJV-Verbandstag schließt Berlin und Brandenburg aus
Mit deutlich mehr als der erforderlichen Dreiviertelmehrheit haben die
Delegierten des DJV-Verbandstages am heutigen Freitag, den 16. Juli in
Frankfurt/Main die Landesverbände Berlin und Brandenburg aus dem
Deutschen Journalisten-Verband ausgeschlossen. "Damit sind die Weichen
für den Neuanfang in Berlin und Brandenburg gestellt", sagte
DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. "Jetzt kommt es darauf an,
zügig mit Engagement, Kreativität und Selbstbewusstsein neue
schlagkräftige Landesverbände in Berlin und Brandenburg aufzubauen."
Der Beschluss im Wortlaut:
"1. Der DJV-Landesverband Berlin e.V. wird wegen wissentlichen Handelns
gegen die Interessen des DJV und verbandsschädigenden Verhaltens
mit sofortiger Wirkung aus dem DJV ausgeschlossen.
2. Der DJV-Landesverband Brandenburg e.V. wird wegen wissentlichen Handelns
gegen die Interessen des DJV und verbandsschädigenden Verhaltens
mit sofortiger Wirkung aus dem DJV ausgeschlossen.
3. Bundesvorstand und DJV-Gesamtvorstand werden aufgefordert, für
den Fall des Ausschlusses eines oder beider Landesverbände unverzüglich
bei der Gründung eines neuen Landesverbandes für das jeweilige
Bundesland unterstützend mitzuwirken und darauf hinzuwirken, dass
den Mitgliedern des jeweiligen Landesverbandes kein Nachteil aus dem Ausschluss
des jeweiligen Landesverbandes entsteht."
Für den Ausschluss Berlins stimmten 243 von 284 Delegierten, 38
stimmten entgegen, drei enthielten sich. Der zweite Punkt des Beschlusses
wurde im Anschluss daran ohne die Berliner Delegierten abgestimmt. Gegen
den Ausschluss des Landesverbandes Brandenburg sprachen sich 11 Delegierte
aus, vier enthielten sich der Stimme, 244 stimmten mit ja.
Der Abstimmung ging eine sechsstündige Diskussion der 290 Delegierten
voraus. Dabei beharrten die Diskussionsteilnehmer aus Berlin und Brandenburg
darauf, dass es keinen Grund für den Ausschluss gebe. Die Delegierten
der anderen DJV-Landesverbände machten deutlich, dass die Landesvorstände
von Berlin und Brandenburg dem gesamten DJV großen Schaden zugefügt
hätten.
An die Adresse der DJV-Mitglieder in Berlin und Brandenburg appellierte
DJV-Vorsitzender Konken: "Wenn Ihr Journalisten seid, helft mit beim
Neuaufbau." Der Neubeginn erfolge sofort. Unmittelbar nach dem Verbandstag
begann die Gründungsversammlung des neuen Landesverbandes in Berlin.
Pressemeldung des Vereins Berliner Journalisten
Designierter neuer Landesverband des DJV gegründet
Berlin, den 16. Juli 2004 Nach dem heutigen Ausschluß des
Landesverbandes Berlin durch den DJV-Verbandstag in Frankfurt am Main
hat das Netzwerk Berliner Journalisten am Freitagabend den Verein Berliner
Journalisten als designierten neuen Landesverband des DJV gegründet.
Zum Gründungsvorsitzenden wurde Gerhard Kothy, Hörfunkkoordinator
beim rbb, gewählt. Stellvertretende Vorsitzende sind die TV-Journalistin
Christine Kolmar sowie der selbständige Kommunikationsberater Reinhard
Heitzmann.
Gerhard Kothy: "Mit dieser Entscheidung des DJV-Verbandstages ist
klar, dass der ehemalige Landesverband Berlin keine Zukunft mehr hat.
Journalisten brauchen aber einen starken Berufsverband und eine starke
Gewerkschaft. Mit dem Verein Berliner Journalisten gibt es jetzt eine
Alternative für alle hauptberuflichen Journalistinnen und Journalisten
in Berlin."
Der neu gegründete Verein hat die Aufnahme als Landesverband in
den DJV beantragt, der bereits seine ideelle und materielle Unterstützung
zugesagt hat. "Wir gehen davon aus", so Kothy weiter, "dass
die Aufnahme in den DJV spätestens im Herbst dieses Jahres vollzogen
wird. Noch in diesem Jahr wird es dann auch die erste reguläre Mitgliederversammlung
geben".
Der Verein will mit diesem Neuanfang neben den bisher schon im DJV organisierten
Mitgliedern auch Journalistinnen und Journalisten gewinnen, die noch nicht
organisiert sind. "Dieser Neuanfang bietet auch die Möglichkeit,
neue Ideen zu verwirklichen und sich für die Medienpolitik und die
Journalisten in dieser Stadt einzusetzen", sagte die stellvertretende
Vorsitzende Christine Kolmar.
Auf der Website
www.berliner-journalisten.de
wird ständig über das weitere Vorgehen informiert.
Der Vereinsvorstand kann vorläufig via E-Mail erreicht werden:
vorstand@berliner-journalisten.de
Kontakt für Presseanfragen:
Gerhard Kothy, Telefon 01 73 / 244 18 64
Martin Gosen, Telefon: 030 / 74 30 88 42, Mobil: 01 71 / 68 40 889
Hauptversammlung und Wahlen beim deutschen Journalisten Verband Berlin
(DJV): Tumulte, Proteste, Wahlanfechtung
Gibt es eine rechte Unterwanderung? Wahlergebnisse verfälscht?
Presseerklärung vom 5. Juni 2004
von: www.berliner-journalisten.de
Die Hauptversammlung des Berliner Landesverbandes des Deutschen Journalistenverbandes
(DJV) ist am Samstag mit einem Eklat zu Ende gegangen. Zahlreiche Teilnehmer
verließen den Gewerkschaftstag im Palais am Funkturm unter Protest,
weil die Wahl zum Vorsitzenden des Hauptstadtverbandes unter dubiosen
Umständen und möglicherweise unrechtmäßig zustande
gekommen sei.
Wie bereits beim DJV-Landesverband Brandenburg waren auch in Berlin mehrere
Dutzend Neumitglieder kurz vor der Wahl aufgenommen worden. Einige davon
sind gleichzeitig Mitglieder des Verbandes Junger Journalisten. Deren
Gründungsvorsitzender, Thorsten Witt, war wegen seiner Funktionen
im Bund Freier Bürger und seiner Kontakte zur rechten Szene in die
Kritik geraten. Dennoch war er in Brandenburg zum stellvertretenden DJV-Vorsitzenden
gewählt worden, unterstützt zum Teil von denselben Mitgliedern,
die nun als Kandidaten in Berlin angetreten waren.
Witt war auch in Berlin anwesend und von der Versammlung des Saales verwiesen
worden.
Der neue und alte Vorsitzende des DJV Berlin, Alexander Kulpok, hatte
vier Mitglieder aus diesem Kreis als Kandidaten für den neuen Vorstand
in einer offiziellen Publikation des Verbandes präsentiert. "Diesen
Wahltourismus eines Rollkommandos," so Thomas Leidel, langjähriges
DJV-Mitglied, "ist für mich unerträglich und untergräbt
die demokratischen Grundsätze ausgerechnet in einem Journalistenverband."
Während der Hauptversammlung des DJV-Berlin hatte das ehemalige
Vorstandsmitglied, Justus Boehncke, zugleich Geschäftsführer
des Sozialfonds massive Vorwürfe erhoben. Im Verband herrschten mafiösen
Strukturen und Vetternwirtschaft.
Die große Gruppe der Kritiker kündigte noch am Sonnabend
abend an, die Wahl anzufechten. Sie fordert zudem den DJV-Bundesverband
auf, die skandalösen Vorgänge wie bereits in Brandenburg zu
untersuchen. Angesichts der dringlichen Probleme des Berufstandes sei
es wichtiger, sich wieder auf die Sacharbeit zu konzentrieren.
Pressemitteilungen 2004 des DJV-Bundesverbandes
Pressemitteilung vom 22. Juni
DJV gründet neue Landesverbände Berlin und Brandenburg
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) gründet zwei neue Landesverbände
in Berlin und Brandenburg. Mit sofortiger Wirkung sind die bestehenden
Landesverbände in den beiden Bundesländern aus dem DJV ausgeschlossen.
Das hat der DJV-Gesamtvorstand am heutigen Dientag einstimmig beschlossen.
Der DJV-Gesamtvorstand hatte am gestrigen Montag in Schwerin einstimmig
die Mitglieder der bisherigen DJV-Landesvorstände von Berlin und
Brandenburg bis heute 12.00 Uhr zum Rücktritt aufgefordert. Andernfalls
werde, so der Beschluss, die Gründung von zwei neuen Landesverbänden
vorbereitet. Dieser Aufforderung waren die betreffenden Vorstandsmitglieder
nicht geschlossen gefolgt.
"Deshalb setzen wir jetzt konsequent den zweiten Teil des Beschlusses
um", erklärte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Die Vorstände
der beiden Verbände hätten nichts dazu beigetragen, die Spaltung
innerhalb der Mitgliedschaft zu überwinden.
Außerdem seien die Wahlen auf mindestens fragwürdige Weise
durchgeführt worden.
Es sei in hohem Maße verantwortungslos von den beiden Landesvorständen,
dass sie nicht freiwillig den Weg für den nötigen Neuanfang
frei machen wollten, sagte der DJV-Bundesvorsitzende. "Wir wollen
endlich wieder arbeitsfähige Landesverbände in Berlin und Brandenburg
haben", so Konken, "die mit Engagement und Kreativität
die berechtigten berufspolitischen Interessen der Mitglieder wahrnehmen
und sich nicht in Gezänk und Machtspielen verschleißen."
In wirtschaftlich und medienpolitisch schwierigen Zeiten komme es auf
die Geschlossenheit aller Journalistinnen und Journalisten im DJV an.
Die neuen Landesverbände seien den gewerkschaftlichen Grundwerten
des DJV, vor allem Kollegialität und Solidarität, verpflichtet.
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